Quarantäne, Attestpflicht, Hygieneplan – wer blickt da eigentlich noch durch?

Viele Eltern wissen nicht, wie sie sich nach einem Urlaub im Ausland verhalten sollen. Ähnlich groß ist die Verunsicherung bei Treffen im Freien. Von Julius Betschka

Quarantäne, Attestpflicht, Hygieneplan – wer blickt da eigentlich noch durch?
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Wir bleiben jung (und naiv): In Berlins Gesundheitsämtern rufen immer mehr Eltern an, die nicht wissen, wie sie sich nach einem Auslandsurlaub in den Sommerferien verhalten sollten – und in welchen Fällen ihre Kinder zur Schule gehen dürften. Vielen sei gar nicht klar, sagt eine Mitarbeiterin eines Gesundheitsamtes dem Checkpoint, wo sie sich über Quarantäneregeln informieren sollten, wo und wann sie einen Corona-Test machen könnten und woher sie das vorgeschriebene „ärztliche Zeugnis“ bekommen, das Symptomfreiheit attestiert. „Es fehlen eindeutige Informationen gerade für Rückkehrer aus Risikogebieten wie der Türkei“, sagt die Ärztin. Ähnlich verhält es sich mit Treffen im Freien: Jeder Bezirk behandelt Zulassungen von Veranstaltungen (auch mit Hygienekonzept) unterschiedlich, teils widersprechen sich Ordnungs-, Grünflächen- und Gesundheitsämter. Erst am Wochenende wurde eine Party aufgelöst, die die Organisatoren zugelassen wähnten. Ein weiterer Veranstalter sagte dem Checkpoint: „Zwei Ämter hatten unsere Feier und den Hygieneplan abgesegnet, das dritte hat sich plötzlich quergestellt. Wir wissen nicht mehr, was wir machen sollen.“ Ist der private Geburtstag im Park nun wieder erlaubt? Und was gilt wirklich, wenn mein Kind in der Kita niest? Wir wollen wissen: Blicken Sie noch durch?