Wegner widerspricht Spranger: „Mein Handy ist nie aus“

Über seinen Lieblingssport verlor Wegner bei der IHK kein Wort. Stattdessen äußerte er sich dazu ausführlich in einem „Spiegel“-Artikel, der nahezu zeitgleich gestern Abend online ging. Dabei war die „Kopf-frei“-Partieja nicht das eigentliche Problem, sondern Wegners unwahre Aussage über seinen Tagesablauf („in meinem Büro zu Hause eingeschlossen“, „weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt“, „den ganzen Tag am Telefon“). In vielen Kommentaren von Leserinnen und Lesern, auch im Tagesspiegel, war zu lesen: Was soll die Aufregung? Das hielten die Wegnerianer (und wohl auch er selbst) für Zustimmung. Doch oft stand da auch noch: Politiker lügen doch sowie alle. Das ist mal Fatalismus, mal Zynismus, in jedem Fall aber: gefährlich. Da könnte Wegner entgegenwirken, auch jetzt noch. Aber zu einer Entschuldigung hat es auch im Gespräch mit dem „Spiegel“ nicht gereicht.

Was ansonsten auffällt bei der Lektüre: Wegner widerspricht vehement Iris Spranger, ohne sie namentlich zu nennen. Die Senatorin hatte im Innenausschuss behauptet, sie habe versucht, den Regierenden am ersten Katastrophentag um 8:05 Uhr anzurufen, aber: „Da war noch ausgeschaltet, samstags nicht unüblich.“ Wegner nennt das „Unsinn“ und sagt: „Das ist falsch. Mein Smartphone ist nie abgeschaltet.“ Wir halten also fest: Ganz so einig sind sich die beiden dann doch nicht.

Dass er manchen Spott als „unterirdisch“ empfunden habe, sagt Weger dann noch, aber: „Bei anderen Sachen gebe ich zu: Zumindest waren sie kreativ.“ Damit ist wohl auch ein Spruch der früheren Grünen-Chefin Ricarda Lang gemeint – von ihr war auf der Plattform X zu lesen: „Immerhin Kai Wegner hatte Netz.“

Und was macht der Regierende Bürgermeister heute? Erst gibt er mittags im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung zum Blackout ab, um 18 Uhr hält er eine Rede auf der Eröffnungsveranstaltung der Grünen Woche, und um 21 Uhr spricht er ein Grußwort auf dem Blumenhallen-Empfang des Zentralverbands Gartenbau. Das erdet.