Rundfunkvertrag mit dem Rbb: Konfessionslose drängen auf Gleichstellung mit Kirchen

Atheisten auf Sendung: Spätestens seit der 86-Cent-Beitragsdebatte sind Rundfunkstaatsverträge ja zur Glaubensfrage geworden. Ausgerechnet die Gottlosen drängen jetzt in den Rundfunkrat des „Rbb“: Wenn Politik und Sender in diesen Tagen einen neuen Staatsvertrag beraten, will der Humanistische Verband (HVD) mitmischen.Bislang sind nur die Kirchen prominent im Rundfunkrat vertreten (genau wie: Landesmusikrat, Elternausschuss, Handwerkskammer), die Vertretung der Konfessionslosen aber nicht. „Religionsgemeinschaften sind auf ihren Wunsch angemessene Sendezeiten zur Verfügung zu stellen“, steht außerdem im Staatsvertrag. 2020 führte das zu fast 2400 Sendungen mit Kirchenbezug in den RBB-Programmen.

„Wir möchten, dass die Politik versteht, dass Menschen in Berlin-Brandenburg, die ein Leben ohne religiöse Bezüge, aber eben mit humanistischen Werten führen, einen Großteil der Hörer:innen und Zuschauer:innen des RBB ausmachen“, sagte Jan Gabriel, Vorsitzender des HVD in Berlin-Brandenburg. Zwei Drittel der Berliner sind konfessionslos, 77 Prozent schauen „selten oder nie“ religiöse Sendungen im Fernsehen. Inzwischen besuchen mehr Berliner Schüler den Lebenskundeunterricht des HVD, 70.000 nämlich, als das Fach Religion zu wählen. Auch in der Berliner Politik gibt es Unterstützung für das Anliegen (ganze Geschichte hier). Der RBB antwortete eher schroff: „Wichtig ist uns aber der Hinweis, dass der Rundfunkrat kein Gremium von Interessen- und Verbandsvertretern ist, sondern hier wird die Bevölkerung der Länder insgesamt vertreten“, schreibt Intendantin Patricia Schlesinger. Die Themen des humanistischen Verbandes seien ausreichend berücksichtigt. Aber auch das ist wohl: eine Glaubensfrage.