Keine Plätze für Integration an vielen deutschen Schulen

Und damit zu weiterer Berliner Schönfärberei:

Um Bezeichnungen, einen Missstand zu verbrämen, waren Ämter noch nie verlegen. So wurden Schulkinder in Marzahn-Hellersdorf in „internationalen Klassen“ unterrichtet, die nichts anderes waren als Klassen, in denen nur Flüchtlingskinder saßen. Die sollten nach dem Besuch der so genannten Willkommensklassen, in denen sie Deutsch lernen und ans deutsche Schulsystem herangeführt werden, eigentlich in die Regelklassen wechseln – damit sie schnell integriert werden. Doch es war kein Platz für die vielfach enttäuschten Schüler. Auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Politikers Maria Czaja hat jetzt Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) zwar bestritten, dass in Berlin überhaupt „internationale Klassen geführt“ würden, um dann aber zu gestehen, dass es Regelklassen gebe, in denen ausschließlich Flüchtlinge lernen. Das darf man wohl getrost als Wortklauberei bezeichnen – und als Armutszeugnis für die rot-rot-grüne Koalition. Entsprechend alarmiert reagiert man man dort: „völlig falscher Weg“, „nicht im Sinne der Koalition“. Eine Linke spricht gar von „Segregation“, also Ausgrenzung.

Nicht nur in Marzahn-Hellersdorf wird so verfahren, vielmehr sind es 16 Schulen in ganz Berlin. CDU-Mann Czaja sieht darin ein Sparmodell: Bestehen Willkommensklassen noch aus 10 bis 12 Schüler, sind es später 17 bis 20. Immerhin wird nun auf den Begriff „internationale Klasse“ verzichtet – wie wäre es mit „Unwillkommensklasse“?