Schlag ins Wasser: 80-Jährigem ohne Ausweis Schwimmbadbesuch in Berlin verwehrt

Mit einer Persopflicht für alle wollten Kai Wegner und Innensenatorin Spranger den Krawall in den Freibädern eindämmen. Der zweifelhafte Erfolg: Wer seinen Ausweis vergisst, kann nicht ins Wasser. Von Lorenz Maroldt

Schlag ins Wasser: 80-Jährigem ohne Ausweis Schwimmbadbesuch in Berlin verwehrt
Wer bei kühleren Temperaturen ins Strandbad will, sollte an seinen Personalausweis denken. Foto: dpa

Mit einer Ausweispflicht für alle wollten Regiermeister Kai Wegner und Innensenatorin Iris Spranger den Krawall in den Freibädern eindämmen – mit sehr zweifelhaftem Erfolg: Am Strandbad Wannsee wurde jetzt unserem 80 Jahre alten Leser Peter Rzepka der Zugang verwehrt, weil er seinen Ausweis vergessen hatte. Er schreibt:

Weil die Sicherheitsbehörden mit den Chaoten in den Bädern und in den öffentlichen Räumen nicht fertig werden, wird die ganze Bevölkerung mit Einschränkungen ihrer Mobilität und damit Freiheit in Haftung genommen. Die Hoffnung auf eine funktionierende Stadt schwindet weiter – die Wut steigt.“

So wie Peter Rzepka erging es zuletzt auch ausweislosen Müttern mit Kindern und Ehepaaren, bei denen sich nur einer von beiden ausweisen konnte. Tja, so sieht’s wohl aus: Der gut inszenierte Politaktionismus des schwarz-roten Senats, der entschlossenes Handeln vorgaukeln sollte, erweist sich als Schlag ins Wasser.