Die Kultur als Corona-Opfer

Zu den Verlierern zählt die Kultur. „Kultur ist systemrelevant“, sagt Kultursenator Klaus Lederer – und für Berlin gilt das absolut. Während in den Wirren der Wendezeit die Kreativität auf einzigartige Weise erblühte, droht Covid-19 sie jetzt zu ersticken: Von einem Tag auf den nächsten entzieht das Virus Tausenden (Überlebens-)Künstlern die Existenzgrundlage. „Das Coronavirus ist auch ein Angriff auf ein Lebensmodell, es trifft Leute, denen es nicht ums große Geld geht, sondern um ihre Ideen und deren Verwirklichung“, schreiben heute Werner van Bebber und Barbara Nolte im Tagesspiegel – so ist es.

Vom Senat gibt es Nothilfen, Überbrückungskredite, Steuerstundungen, aber jetzt sind alle Berlinerinnen und Berliner gefragt: Welche Ideen haben wir, denjenigen zu helfen, die unsere Stadt so besonders, so anders, so lebenswert machen? Wie schaffen wir es, dass wir auch nach Corona das Konzert, die Kleinkunstbühne, das Kiezkino, die Galerie, das Theater, die Bar besuchen können? Wie können wir diejenigen retten, die auch uns schon so oft gerettet haben, und sei es vor der Langeweile? Wir sammeln hier ab sofort Vorschläge, an ein paar Ideen arbeiten wir auch schon – die Adresse: checkpoint@tagesspiegel.de. Support your local Artist, Barkeeper, Barista!

Bedroht von der Corona-Krise sind viele – gerade auch wirtschaftlich. Nicht wenige werden schon bald ihre Mieten nicht mehr zahlen können. Bei aller gebotenen körperlichen Distanz („soziale Distanz“ könnte als Wort kaum falscher und fataler sein): Jetzt ist der Moment, in dem Vermieter und Mieter aufeinander zugehen sollten (sinnbildlich!), in aller Offenheit über ihre jeweilige Situation.
In der Not zusammenhalten: Das hat Berlin schon immer gut gekonnt. Zeigen wir, dass es noch geht.