Rassismus-Brennpunkt Neukölln

Weiter geht’s mit Worten der Berliner Bildungssenatorin, Thema: migrantische Familien in Neukölln. „Sie bleiben einfach untereinander. Man muss sich hier ja auch gar nicht mehr integrieren. Man nimmt das Viertel in Besitz, und man lässt sich pampern“, sagte Astrid-Sabine Busse (SPD) 2009 der „SZ“. Viele von ihnen seien dank Sozialhilfe wohlhabend. Der mittlerweile aus der Partei ausgeschlossene Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin nutzte das Zitat zur Begründung seiner rassistischen Thesen. Für ihre pauschalisierende Aussage mit xenophobem Unterton muss sich die von Giffey für das Senatorinnen-Amt ausgewählte Busse nun Kritik aus der eigenen Partei gefallen lassen. Anne Rabe (SPD ChaWi) postete das Zitat auf Twitter, die frühere Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) schrieb: „Die Bildungssenatorin hat nie verborgen, welches Bild sie von Arabern und Muslimen hat. Wir sind alle potenziell gefährlich, radikal, faul“.

Und Busse selbst? „Die Veröffentlichung liegt schon weit über ein Jahrzehnt zurück, und Frau Busse ist ohne ihr Wissen in dem Buch zitiert worden“, teilte die Bildungsverwaltung meinen Kollegen Susanne Vieth-Entus und Christian Latz mit. Nunja. 2018, also fast ein Jahrzehnt später, sagte Busse, ‚damals‘ Schulleiterin in Neukölln, der „Bild“-Zeitung: „Wir sind arabisiert!“ Und weiter: „Von wegen dritte, integrierte Migranten-Generation. Man holt sich immer noch den Ehepartner aus dem früheren Heimatland. Wieder ein Elternteil, das kein Deutsch kann.“