Linke wittert Dienstreise-Skandal: Bauverwaltung zahlte 36.000 Euro Übernachtungskosten für Messebesuche an der Côte d’Azur

Berlin ist Stammgast auf der Immobilienmesse in Cannes. Kosten in den letzten Jahren: rund 830 Euro pro Nacht und Zimmer. Während die Linke das kritisiert, beschwichtigt die Verwaltung. Von Daniel Böldt.

Linke wittert Dienstreise-Skandal: Bauverwaltung zahlte 36.000 Euro Übernachtungskosten für Messebesuche an der Côte d’Azur
Foto: AFP

Einen Dienstreisen-Skandal wittert aktuell Linken-Politikerin Katalin Gennburg. Sie fordert „Aufklärung zu den Senats-Flügen an die Côte d’Azur“. Die Reisen des damaligen Bausenators Andreas Geisel (SPD) und seiner Verwaltungsspitze zur Immobilienmesse MIMIP in Cannes kosteten „die Steuerzahler*innen über 16.000 € allein für Übernachtungen in 2022 und rund 20.000 € in diesem Jahr“, kritisiert Gennburg.

Die Senatsbauverwaltung wittert dagegen Populismus. „Das sind keine Vergnügungsreisen, wie hier politisch suggeriert wird“, schreibt Sprecher Martin Pallgen auf Checkpoint-Anfrage. Sowohl die MIPIM in Cannes als auch die EXPOReal in München seien als Leitmessen „zentrale Orte für den Erfahrungsaustausch mit unterschiedlichen Akteuren sowohl der Immobilienwirtschaft als auch der Wohnungs-, Bau- und Stadtentwicklungspolitik.“ Und Pallgen kann sich auch den Hinweis nicht verkneifen, dass sogar die früheren Bausenator:innen der Linken, Katrin Lompscher und Sebastian Scheel, zur Messe nach Südfrankreich reisten.

Was bleiben sind die recht üppigen, rund 830 Euro pro Nacht für ein Zimmer, die die Verwaltung vor Ort zahlt. Sprecher Pallgen dazu: „Wir würden uns auch andere Hotelpreise und Buchungskonditionen wünschen. Sehr sogar. Aber in Cannes gibt es zu Messezeiten sehr rigide Konditionen.“ Checkpoint-Kompromissvorschlag: Linke und Bauverwaltung setzen sich gemeinsam für die Vergesellschaftung südfranzösischer Hotels ein.