Wohl nicht für die Öffentlichkeit bestimmt: CDU will in Video Wahlsieg „zur Not erzwingen“

Ein Clip aus der Berliner Parteizentrale zeigt einen bekannten Filmausschnitt – mit neuen Untertiteln. Darin soll die CDU am Ende um „100.000 Stimmen vorne“ liegen. Von Nina Breher

Wohl nicht für die Öffentlichkeit bestimmt: CDU will in Video Wahlsieg „zur Not erzwingen“
Armin Laschet, CDU-Vorsitzender und Unions-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, läuft am 10. September 2021 an einem Großflächenplakat vorbei, auf dem der Slogan "Mehr Klicks für Kriminelle" zu lesen ist, nachdem er die "Agenda für ein sicheres Deutschland" der Union auf einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus vorgestellt hat. Foto: Michael Kappeler/dpa

Achtung, es folgt eine Durchsage aus dem Konrad-Adenauer-Haus: „Lasst uns die Leute mit Armin Laschet gemeinsam überzeugen und zur Not erzwingen wir es. Wir erzwingen es und liegen 100.000 Stimmen vorne.“ In der Nacht zu Montag gelangte ein mit diesen Worten untertiteltes Video vom Triell-Public-Viewing in der CDU-Parteizentrale an die Öffentlichkeit, das einen Ausschnitt aus dem Scorsese-Film „The Wolf of Wall Street“ zeigt. Die Untertitel interpretieren die Szene zeitgemäß (zumindest aus Sicht der CDU): „Wir überholen die Sozen“, am Wahltag solle es heißen: „Ausgeschlumpft, lieber Olaf!“ Der Sprecher der CDU Sachsen teilte den Ausschnitt kurz nach dem Triell und kommentierte ihn mit „So nämlich!!!“, löschte den Tweet aber rasch wieder (Aufnahme z. B. hier oder hier). Leider ließ sich vor Redaktionsschluss nicht mehr klären, ob wegen Urheberrechts- oder inhaltlichen Bedenken. Auch ist die Wolf-of-Wall-Street-Referenz nach Masken- und Aserbaidschanaffäre vielleicht ein klein wenig unglücklich gewählt. Denn der Protagonist, der auch in der Realität existierende Banker Jordan Belfort, wurde später wegen Wertpapierbetrugs und Geldwäsche verurteilt.