Post vom Vermieter: „Fuck You“

Und hier ein wenig Anschauungsmaterial für unsere Lose-Blatt-Sammlung zum Berliner Immobilienmarkt, diesmal aus der Kladde „Vom Wohnungsguppy zum Miethai“:

Derzeit haben wir keine Immobilien in der Vermarktung“, teilt die Blaczko GmbH & Co. KG. auf einem Wohnungsportal mit – aber das möchte das Unternehmen mit Sitz in Miami (1st Avenue) und Schöneberg (Fuggerstraße) nach dem k.o. für den Mietendeckel schnell ändern: „hallo Leute, den müssen wir loswerden“, heißt es in einer internen Mail („an alle“) über einen Mieter, der zudem „geflagged“ wurde.

Mehrere Bewohner, die aufgrund des Deckel-Gesetzes ihre Miete gesenkt hatten, bekamen von der Adresse „blaczkohv@gmail.com“ eine mit hämischen Smileys versehene Mail („Zu früh gefreut“), eine ultimative Rückzahlungsforderung („zum 23.4.“) und eine Auszugsaufforderung („solche Mieter brauchen wir nicht“, „da wir solche Mieter wie sie sowieso nicht bei uns wohnen haben wollen“). Gezeichnet sind die Mails mit dem Kürzel „FY“, was nicht nur in Miami „Fuck You“ bedeutet.

Bereits im Wochenend-Checkpoint hatte Anke Myrrhe über einen ersten solchen Fall berichtet, daraufhin meldeten sich mehrere Mieter, denen es ähnlich erging. Die Wohnungsverwaltung reagierte auf unsere Anfragen, ob die Mails echt sind, erst mit „?????????????“ und dann so: „wie kommen sie darauf uns diese fragen zu stellen?“ Na ja, siehe oben. Das interessiert doch sicher auch alle Verbände, Parteien und seriösen Wohnungsportale, oder?

Apropos Angebote: Seit der Deckel vom brodelnden Topf geflogen ist, sind wieder echte Schätzchen auf dem Markt – z.B. die 3-Zi-Whg in der Rigaer Straße 27 (80 qm), die einige Zeit leer stand und jetzt, gleich nach dem Urteil, für schlanke 1360 Euro kalt zu haben ist. Oder die 1,5-Zimmer-Bude in der Weichselstraße (60,88 qm) für 1500 Euro kalt.