Freie Träger fühlen sich wegen Hauptstadtzulage verraten

Mit der am Dienstag auf Betreiben der SPD beschlossenen Hauptstadtzulage von 150 Euro pro Monat für öffentlich Bedienstete hat sich der Senat im günstigsten Fall gut 120.000 Freunde gemacht – und mindestens 110.000 Feinde. So viele arbeiten nämlich bei freien Trägern in oft sehr ähnlichen Berufen wie dem öffentlichen Dienst, etwa in Kitas und sozialen Diensten. Sie bekommen die Zulage nicht und können obendrein womöglich zuschauen, wie ihre Beschäftigten sich zu Land und Bezirken wegbewerben. Der Landeschef der eigentlich SPD-nahen Arbeiterwohlfahrt spricht von einem „Schlag ins Gesicht“, der Landesgeschäftsführer der Volkssolidarität von „Diskriminierung“ und angesichts der Vorgeschichte – Zulage kommt, kommt nicht, kommt anders und kommt nun doch – einem „Kommunikationsdesaster vom Feinsten“. Und auch von auswärts wird man wohl noch hören; spätestens, wenn wieder über den Länderfinanzausgleich geredet wird.