Berliner Amphibiensterben: Der Hauptstadt gehen die Kröten aus
Was ist denn das für eine Art? Diese Frage wird uns noch oft begegnen; pro Tag sterben weltweit 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Unsere Erde gerät nicht nur klimatisch aus der Balance, was die schlimmste Art von allen – wir Menschen – ab heute auf der Weltnaturkonferenz in Montreal zu ändern sich selbst versprechen will. Was davon zu halten ist? Fragen wir mal Ansgar Poloczek vom Naturschutzbund. Seine erschütternde Analyse: „In Berlin erleben wir einen Zusammenbruch der Amphibien.“ So gebe es in Mahlsdorf eine jährliche Zählung der am Körnerteich lebenden Erdkröten. Wurden hier vor 15 Jahren noch 1000 Tiere pro Saison gesichtet, waren es in diesem Jahr ganze 22. „Die Trockenheit macht Kröten zu schaffen, ebenso das Fehlen von Brachen und ausreichend Insekten.“ Berlin hat bald auch im Tierreich keine Kröten mehr – und sowieso zu wenig Kleinvieh, das keinen Mist macht.
Selbst die Berliner Pflanze stirbt nicht nur bei den Menschen aus. So sprießen etwa Küchenschelle und Strand-Grasnelke bescheiden auf sandigen Rasenflächen am Stadtrand, doch nicht mal die lässt die wachsende Stadt am Wegesrand stehen. „Wir betonieren uns regelrecht zu“, beklagt Poloczek am Checkpoint-Telefon. Dabei halten genügsame Blumen mit ihren Wurzeln den erodierenden Boden zusammen und bieten Blüten für Insekten – und die wiederum helfen Berlin, die letzten Kröten zusammenzuhalten. Bevor wir Menschen noch ganz andere schlucken müssen.