Wie die Berliner Maskenpflicht zum Hobby verkommt
Manche Berliner scheinen sich trotzdem für gleicher zu halten: Immer mehr Menschen verzichten darauf, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. 78 Prozent waren es in der vergangenen Woche nur noch, rechnet die BVG aus. An Haltestellen von Bus und Straßenbahn trägt nur noch jeder Dritte (30 Prozent) etwas Stoff vorm Gesicht. Vor allem junge Männer – das ist meine Beobachtung – tragen deutlich weniger Maske als der Rest. Seit der jüngsten Lockerung der Corona-Regelungen sei die Tragequote um noch einmal fünf Prozentpunkte gesunken. BVG-Sprecherin Petra Nelken sagt, dass das Sicherheitspersonal teils „sehr aggressive Reaktionen“ erlebe, wenn auf die Maskenpflicht hingewiesen wird. Während die BVG deshalb tut, was sie am Besten kann und Social-Media-Kacheln bastelt, konnte sich der Senat nicht auf stärkere Kontrollen der Maskenpflicht oder gar Bußgelder einigen. Während die SPD geschlossen dafür ist (überraschend einhellig vom Regierenden Bürgermeister bis zum Fraktionschef), lehnen Grüne und Linke beides eher ab. Die Pflicht darf weiter zum Hobby verkommen.