„Bundesregierung sollte Türkei förmlich kontaktieren“: Volker Beck fordert Auslieferung und Verhaftung des Berliner Antisemiten Attila Hildmann

Hildmann wollte die „Todesstrafe“ für Grünen-Politiker Beck. Trotz Haftbefehl bleibt die Bundesregierung offenbar tatenlos. Beck fordert nun ihr Eingreifen. Von Robert Ide

„Bundesregierung sollte Türkei förmlich kontaktieren“: Volker Beck fordert Auslieferung und Verhaftung des Berliner Antisemiten Attila Hildmann
Der Grünen-Politiker Beck wurde persönlich bedroht von Attila Hildmann und fordert nun dessen Auslieferung aus der Türkei. Foto imago/epd

Dass man mit Kriegsverbrecher Wladimir Putin über Frieden verhandeln kann, glauben neben erstaunlich vielen Politikern in der SPD eigentlich nur noch Verschwörungsideologen. Einer der Schlimmsten von ihnen ist der Berliner Antisemit Attila Hildmann, der sich vor einem internationalen Haftbefehl in der Türkei versteckt hält – er hatte öffentlich zu einer „Todesstrafe“ für den Grünen-Politiker Volker Beck aufgerufen. Nachdem statt der Ermittlungsbehörden zuletzt „Stern“-Journalisten und Hobbydetektive den Gesuchten in der Stadt Kartepe südöstlich von Istanbul ausfindig gemacht hatten, müsste Deutschland nun auf eine dringliche Auslieferung dringen. Doch es passiert offensichtlich gar nichts.

„Die Bundesregierung sollte bei der Türkei förmlich um Verhaftung und Auslieferung von Hildmann ersuchen“, fordert Beck nun auf Checkpoint-Anfrage. Nicht nur Jurist Beck kann die Untätigkeit nicht nachvollziehen: „Hildmann ist Deutscher und es gibt in Deutschland Ermittlungen und Rechtstitel gegen ihn.“ Lange hatte die Generalstaatsanwaltschaft behauptet, Hildmann besitze neben der deutschen die türkische Staatsangehörigkeit; deshalb könne er nicht ausgeliefert werden. Inzwischen ist aber auch diese Verschwörungstheorie widerlegt.