Leerstand am Askanischen Platz: Warum das Zweckentfremdungsverfahren nicht vorankommt
Apropos Wohnraummangel: Seit fast zwei Jahren steht ein Wohngebäude am Askanischen Platz leer. Die „Stadtklause“, ein Jugendzentrum und die Mieter mussten damals ausziehen, Türen und Fenster zum Hof wurden ausgebaut. Das Gebäude wirkt inzwischen unbewohnbar – außer für Dutzende Tauben. Der Eigentümer möchte abreißen, neu bauen und mutmaßlich teurer vermieten. Den ersten Abrissantrag lehnte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ab und leitete ein Amtsermittlungsverfahren wegen Zweckentfremdung durch Leerstand ein. Da wir im Checkpoint-Büro direkten Blick auf den Hinterhof haben, wissen wir: Seitdem passierte nichts.
„Das Amtsermittlungsverfahren ruht, da ein neu eingereichter Abrissantrag derzeit geprüft wird“, schreibt der Bezirk auf Anfrage. Wird der Antrag abgelehnt, werde man erneut die Sanierung verlangen. Klingt nach einem bürokratischen Perpetuum mobile: Ein neuer Abrissantrag sei mit „ergänzenden Unterlagen“ jederzeit möglich, das Ermittlungsverfahren könne dann wieder ruhen. Auch die Bauaufsicht kann lediglich prüfen, ob das Gebäude abgesichert ist und niemand gefährdet wird. Eigentlich nur eine Frage der Zeit. Wir behalten den Taubenpalast im Blick.