was sich ab heute unterm Funkturm abspielt, ist zum Kofferpacken – im besten Sinne: Die Internationale Tourismusbörse startet. Partnerland der 60. Jubiläumsausgabe ist Angola. Das 38-Millionen-Einwohnerland im Südwesten Afrikas (für Saarland-Statistiker: 485-mal größer) möchte sich als Reiseziel stärker ins Gespräch bringen: tolle Strände, wilde Wälder, wüste Wüsten, also fast wie Mecklenburg-Vorpommern in warm.
Sympathisch aus Berliner Sicht: Auch in der Hauptstadt Luanda lief beim Flughafenbau nicht alles nach Plan. Zwischen Planung und Eröffnung vergingen 27 Jahre. Die Flugzeit dorthin beträgt übrigens knapp neun Stunden (für Saarland-Statistiker: Der ICE nach Saarbrücken braucht sieben).
Ob Luanda oder Saarbrücken – gut möglich, dass sich Sarah Wedl-Wilson gerade überall wohler fühlen würde als in der Hauptstadt. Der Druck in der Fördergeldaffäre wächst: Die Kultursenatorin soll bei der Vergabe von Geldern für Antisemitismus‑Projekte bewusst gegen Haushaltsrecht verstoßen haben. Das zeigen Chatverläufe zwischen Wedl‑Wilson und CDU‑Haushaltsexperte Christian Goiny, die dem Tagesspiegel exklusiv vorliegen.
Die wichtigsten Passagen finden Sie hier. Im Kern geht es darum, dass Wedl‑Wilson den Projektträgern wohl den üblichen Eigenanteil der Fördersumme von zehn Prozent erließ – ein klarer Bruch der Landeshaushaltsordnung. Hintergrund dürfte sein, dass viele Träger über keinerlei Eigenmittel verfügten.
Die Chats sind nicht nur inhaltlich brisant, sondern auch politisch bemerkenswert. Wedl‑Wilson wird zunächst von Goiny und später auch von CDU‑Fraktionschef Dirk Stettner unter Druck gesetzt; der Ton wird zunehmend schärfer. Ein Satz Goinys bringt es auf den Punkt: „Das Ganze entwickelt sich inzwischen zum kommunikativen Desaster.“ Goiny selbst bestreitet die Vorwürfe. Es sei sein Recht als Abgeordneter, sich „auch mit Nachdruck“ gegenüber Senatoren für Projekte einzusetzen, die er für richtig halte. Am 17. April müssen er und Stettner vor dem Untersuchungsausschuss aussagen.
Mitten in einem neuen Krieg feiern Jüdinnen und Juden weltweit heute Purim – traditionell ein fröhliches Fest. Bei der zentralen Feier der Gemeinde Chabad Berlin gelten jedoch hohe Sicherheitsvorkehrungen, sagte Sprecher Vadim Basin auf Checkpoint-Anfrage. Auf den Campus in der Westfälischen Straße gelangen Gäste nur mit Anmeldung und Kontrollen. „Am traurigsten ist, dass es die Kinder gar nicht mehr anders kennen.“ Der Schutz sei generell hoch, weil sich auf dem Gelände auch eine Kita und eine Schule befinden. Für rund ein Dutzend weiterer Veranstaltungen in kleineren Einrichtungen habe man zusätzlichen Schutz organisiert. „Wir sind sehr dankbar, dass der Staat da mitwirkt“, sagt Vadim Basin. Purim erinnert im jüdischen Glauben an die Rettung des jüdischen Volkes vor der Vernichtung. „Darum soll bei diesem Fest auch das Vertrauen in den Schöpfer und in unsere Gemeinde stärker sein als jegliche Bedrohung.“
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Von der Friedlichen Revolution 1989 über die Berliner Luftbrücke 1948/49, das Attentat auf Adolf Hitler 1944 bis zur Märzrevolution 1848/49 – in der Ausstellung „Roads not Taken“ zeigt das Deutsche Historische Museum Wendepunkte des 19. und 20. Jahrhunderts, an denen es auch anders hätte kommen können.
Noch bis 22.3.2026. Mehr
Berlins Polizei hat ein ausgewachsenes Nachwuchsproblem. Während 2024 noch jeder zehnte Ausbildungsplatz unbesetzt blieb, war es 2025 bereits jeder fünfte. Bei den Frühjahrseinstellungen im mittleren Dienst konnte die Polizei jetzt von 312 möglichen Stellen nur 184 besetzen – 41 Prozent blieben vakant. „Die Gründe für den Bewerbermangel sind vielfältig“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro dem Checkpoint. Zwar bleibe die Zahl der Bewerbungen stabil, doch Qualität, Bildungsniveau und sportliche Fähigkeiten hätten nachgelassen. Ein maroder Fuhrpark, fehlende Digitalisierung und Bezahlung seien eben wenig attraktiv. „Hinzu kommen fehlender Wohnraum und ein nach wie vor sehr sperriges Einstellungsverfahren.“ Was auch nicht hilft: Rund jeder Vierte bricht die Ausbildung wieder ab.
Apropos Wohnraummangel: Seit fast zwei Jahren steht ein Wohngebäude am Askanischen Platz leer. Die „Stadtklause“, ein Jugendzentrum und die Mieter mussten damals ausziehen, Türen und Fenster zum Hof wurden ausgebaut. Das Gebäude wirkt inzwischen unbewohnbar – außer für Dutzende Tauben. Der Eigentümer möchte abreißen, neu bauen und mutmaßlich teurer vermieten. Den ersten Abrissantrag lehnte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ab und leitete ein Amtsermittlungsverfahren wegen Zweckentfremdung durch Leerstand ein. Da wir im Checkpoint-Büro direkten Blick auf den Hinterhof haben, wissen wir: Seitdem passierte nichts.
„Das Amtsermittlungsverfahren ruht, da ein neu eingereichter Abrissantrag derzeit geprüft wird“, schreibt der Bezirk auf Anfrage. Wird der Antrag abgelehnt, werde man erneut die Sanierung verlangen. Klingt nach einem bürokratischen Perpetuum mobile: Ein neuer Abrissantrag sei mit „ergänzenden Unterlagen“ jederzeit möglich, das Ermittlungsverfahren könne dann wieder ruhen. Auch die Bauaufsicht kann lediglich prüfen, ob das Gebäude abgesichert ist und niemand gefährdet wird. Eigentlich nur eine Frage der Zeit. Wir behalten den Taubenpalast im Blick.
Ganz andere Probleme gibt’s in der Schöneberger Welserstraße: Eine einst weiße Fassade eines Altbaus ist nun dunkelgrau gestrichen. „Vorher hell und licht – jetzt trist und deprimierend“, schreibt Checkpoint-Leser Beat Christian Nägeli. Und an Bezirk und Denkmalschutz gerichtet: „Wollten Sie uns in Depressionen stürzen?“ Wir haben recherchiert, wer für den Graufilter verantwortlich ist. Das Ergebnis ist nicht unbedingt stimmungsaufhellend.
Die Bauverwaltung verweist auf Paragraf 9 der Bauordnung: „Bauliche Anlagen müssen nach Form […], Werkstoff und Farbe so gestaltet sein, dass sie nicht verunstaltet wirken.“ Als verunstaltet gilt ein Bau, wenn er bei einem „durchschnittlichen, objektiven Betrachter“ störend oder abstoßend wirkt. Da Geschmäcker verschieden sind, treffen die Bauaufsichten die Bewertung. Hinzu kommen je nach Fall Denkmalschutzvorgaben.
Zurück zur Welserstraße: Trotz der Altbaufassaden liege die nicht im Bereich einer baulichen Erhaltungsverordnung, schreibt eine Sprecherin auf Checkpoint-Anfrage. „Daher ist es dem Eigentümer freigestellt, wie die Fassade gestaltet wird.“ Und der mag offenbar Splitthäufchen-Grau.

Und noch drei Lese-Tipps aus der Tagesspiegel-Redaktion:
+ Steigende Spritpreise: Auch in der Hauptstadt spürt man bereits die Folgen des Iran-Krieges. Was jetzt bei Goldhändlern, Tankstellen und am BER passiert.
+ Holger Friedrich im Gespräch mit Mathias Döpfner: „Sie versuchen, Herrn Trump zu überzeugen, ich übernehme Moskau und Putin“ – ein Streitgespräch zwischen dem Verleger der „Berliner Zeitung“ und dem Springer-Chef.
+ Statement gegen Ostalgie: Cartoonist Olaf Schwarzbach alias OL geriet als Jugendlicher ins Fadenkreuz der DDR-Oberen. Heute sagt er: „Wenn junge Leute öffentlich erklären, was ostdeutsch ist, kann ich nur lachen.“
Berliner Schnuppen
Telegramm
Tricia Tuttle will Berlinale-Chefin bleiben: „Ich bin sehr stolz auf mein Team und das Festival und möchte die gemeinsam begonnene Arbeit in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabhängigkeit fortsetzen“, sagte sie am späten Abend der dpa.
Der Bezirk ist begeistert, der Senat eher skeptisch: Der Bau von Hochhäusern soll das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Friedrichshain retten. In den 16- bis 20-stöckigen Gebäuden wäre Platz für hunderte Wohnungen, denen das SEZ bislang weichen sollte. Hier geht’s zum Entwurf der Fachleute.
Nebenan in Pankow vergeht Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) das Lächeln – ausgerechnet wegen Smileys. Mit ihnen kennzeichnete der Bezirk Lokale, Bäckereien und Kita-Küchen nach Lebensmittelkontrollen, inklusive Ekelfotos auf einer eigenen Website. Jetzt ist Schluss mit dem stadtweit einmaligen Service: zu teuer und juristisch angreifbar.
Auch eklig: Die Straße „Am Wasserwerk“ in Lichtenberg (unweit des Dong-Xuan‑Centers) war mit 216 Meldungen 2025 trauriger „Hotspot der illegalen Müllablagerung“, schreibt das Bezirksamt auf Anfrage des Abgeordneten Dennis Haustein (CDU). Ein Jahr zuvor waren es „nur“ 60 Meldungen.
Musik soll derweil den „Tunnel des Grauens“ an der Messe/ICC aufhellen. Zur ITB wurde die versiffte Fußgängerunterführung gereinigt, seit Montag steht dort ein grünes Klavier. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) wünscht sich außerdem Tischtennis, Dart und Yoga im Tunnel – in Kooperation mit Inklusionssportverbänden. Fehlt nur noch die Finanzierung.
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„Amt, aber glücklich“ war Checkpoint-Leser Arno Schwed im Finanzamt Mitte/Tiergarten: Obwohl montags für Publikumsverkehr geschlossen ist, drückte ihm eine Mitarbeiterin auf dem Weg in ihre Mittagspause schnell die benötigten Steuerjahresausgleichsformulare in die Hand. „Auch das ist Berlin!“, schrieb er begeistert. Stimmt.
Gar nicht glücklich war Checkpoint-Leserin Marita Radeisen über unsere Meldung zur neuen Verbindung Berlin-Stendal der NASA (Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt). Die Hansestadt hatten wir „hinter dem Mond“ verortet. Ein kosmischer Irrtum: Sie kenne etliche Menschen aus Stendal, die keineswegs hinter dem Mond sind, schreibt sie. Auch das Umfeld sei keinesfalls uninteressant. Wir schauen gern mal vorbei! Die Rakete – Verzeihung – der Regio fährt ja demnächst stündlich.
Sie möchten die kommenden Monate lieber größtenteils im Biergarten verbringen? Ab ans Tempelhofer Feld: Für die Außenfläche am THF-Tower werden für diesen und nächsten Sommer Gastronomiebetreiber gesucht. Bewerbungsschluss ist Mitte März.
Die Temperaturen steigen, Timothée Chalamet verteilt im Kinofilm „Marty Supreme“ Schmetterbälle – und viele suchen freie Tischtennisplatten. Auf pingpongmap.net sind bekanntlich fast 3900 verzeichnet. „Im Vergleich zur Vorwoche sind die Zugriffe am Wochenende um 835 Prozent gestiegen“, sagte Website-Erfinder Peter Ulrich dem Checkpoint.
Um mehr Menschen aufs E-Bike zu locken, setzt der Sharing-Anbieter Lime auf Modelle mit tieferem Einstieg und stabilerer Fahrt – gezielt für Frauen und Ältere. Seit Freitag rollt eine „dreistellige Anzahl“ der neuen Bikes durch die Stadt, konkreter wollte das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nicht werden. Kein Geheimnis: An den BVG‑Streiktagen vervierfachte sich die Nutzung der grün‑weißen Flitzer.
Apropos Ältere: Immer mehr Gefängnisinsassen sind Senioren, meldet die Justizverwaltung: 134 Strafgefangene zählen inzwischen zur Altersgruppe 60plus – rund 2,5 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Da ergibt die Anschaffung von Haftcreme plötzlich doppelt Sinn.
Zitat
„Für mich und meine Familie bedeutet der Tod des Mannes, der über Jahrzehnte das Gesicht der Islamischen Republik geprägt hat, ein erstes Aufatmen-Können.“
Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) reagierte im Interview mit Daniel Friedrich Sturm mit vorsichtigem Optimismus auf die Entwicklungen im Iran. Sie wurde 1975 in Teheran geboren und kam als 12-Jährige nach Deutschland.
Stadtleben
Verlosung – Die Story geht weiter: Die Graphic Novel „Die Frau als Mensch: Am Anfang der Geschichte“ wurde 2025 mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet, als erstes Comic überhaupt. Jetzt legt die Wahl-Berlinerin Ulli Lust nach – und ist schon wieder nominiert, dieses Mal für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026. Wir verlosen drei Exemplare der Fortsetzung „Schamaninnen“! Hier bewerben, es geht um Heilerinnen, Hebammen, Frühgeschichte und Gegenwart. Am Donnerstag ist die Buchpremiere (19 Uhr, Cabuwazi Tempelhof).
Essen & Trinken – Jetzt, wo die Sonne gerade aus dem Winterschlaf erwacht, ist es eine gute Neuigkeit, dass eine der schönsten Terrassen in Prenzlauer Berg kulinarisch in besten Händen ist. In der „Adieu Bar“ direkt am Wasserturm kann man den ganzen Tag verbringen. Erst Brotzeit mit einem gegrillten Käsesandwich oder Corn Ribs mit scharfen Gewürzen und Mayo; nachmittags gibt es Tageskuchen und Bananenbrot, abends gute Drinks. Tägl. ab 12 Uhr, Knaackstr. 26-28, Tram Knaackstr.
Noch hingehen – Die Ära der Supermodels begann mit einem Foto von Peter Lindbergh auf dem Cover der „Vogue“ 1990. Vorher waren Models nicht viel mehr als Kleiderständer. Auf dem Bild fünf Frauen, die alle Weltstars wurden: Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz, Christy Turlington und auch Cindy Crawford. Crawford, die gerade ihren 60. Geburtstag gefeiert hat, würdigt die Galerie Camera Work mit einer von ihr selbst co-kuratierten Fotoausstellung (noch bis 14.3.). Eintritt frei, Di-Sa 11-18 Uhr, Kantstr. 149, S Savignyplatz
Berlinbesuch – Sie müssen endlich wieder an die Luft und/oder Sie haben am Wochenende „Marty Supreme“ geguckt? Egal, was Ihre Lust auf ein Tischtennis-Match geweckt hat, in der Stadt gibt es Platten genug. Die Berlin-Redaktion hat hier die besten Spots zusammengetragen und verrät, wo es schön leer ist und der Untergrund stimmt. Indoor-Alternativen gibts auch, etwa im Humboldthain Club, wo man dienstags (ab 18 Uhr) spielen kann, während DJs auflegen, Hochstraße 46, S Humboldthain
Kiekste
Vom Neuköllner Maybachufer grüßt diese schicke Spiegelung, fotografiert von Checkpoint-Leser Lukas Rieder. Haben auch Sie kuriose oder außergewöhnliche Motive unter dem Motto „Typisch Berlin“ eingefangen? Schicken Sie sie an checkpoint@tagesspiegel.de. Aktuell nehmen Sie an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A10 und A12 (Dreieck Spreeau): Bis Freitag, jeweils von 18 bis 5 Uhr, ist die Überfahrt von der A12 auf die A10 in Fahrtrichtung Autobahndreieck Barnim (Prenzlau) voll gesperrt.
A100 und A113: Von 21 bis 5 Uhr ist die Straße zwischen den Anschlussstellen Gradestraße und Treptower Park bzw. AS Späthstraße gesperrt. Die Einfahrt Grenzallee ist Richtung Schönefeld ebenfalls gesperrt.
A100: Die Einfahrt Kurfürstendamm von der Auguste-Viktoria-Straße in Richtung Treptow ist bis zur Nacht 5./6.3. (jeweils von 22 bis 5 Uhr) gesperrt.
Sellerstraße (Moabit): Im Brückenbereich steht nur ein Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung (bis März 2027).
Nahverkehr – S-Bahn – S3: Von 22 bis 1.30 Uhr ist der Abschnitt zwischen Stresow und Spandau unterbrochen.
Demonstration – Für heute sind zehn Demos angemeldet (Stand 3.3., 17.30 Uhr) angemeldet, u.a. „Kampagne Erlassjahr 2025 – Turn Debt Into Hope! – Aktion anlässlich der Übergabe von rund 70.000 Kampagnen-Unterschriften an das Bundesfinanzministerium“: 30 Teilnehmende, „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung“, Platz des Volksaufstandes von 1953 (13-14 Uhr)
„Protest gegen lange Wartezeiten beim Familiennachzug-Visum an der Deutschen Botschaft im Iran“: 40 Menschen, Werderscher Markt 1 (13.30-16 Uhr)
„Protest gegen die Abschaffung des Heizungsgesetzes“: 15 Demonstrierende, „Fridays for Future Berlin“, Willy-Brandt-Str. 1 (15-17 Uhr)
Gericht –Weil er in seiner Kfz-Werkstatt einen Mann massiv gewürgt, ihn dann mit einem Messer bedroht und die Herausgabe von 1.000 Euro verlangt haben soll, muss sich ein 36-Jähriger unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Dem Angriff sei ein Streit um die Rückzahlung von Geld für einen reparaturbedürftigen Wagen vorausgegangen (11 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A220).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Dieter Appelt (91), Fotograf, Mitglied der Akademie der Künste Berlin / „Meinem lieben Augenstern in BaWü herzliche Grüße aus Deiner Geburtsstadt aus genau diesem runden Anlass. So viele 3en heute;-) Jag är så stolt & glad att du finns, även i min huvud och hjärta. Vi firar detta tillsammans så snart som möjligt. P&K, din pappili ❤️“ / „Ritchie Barton, 72, Keyboarder und Komponist von Silly. Der Insel-Salon gratuliert!“ / Jutta Hoffmann (85), Schauspielerin (u.a. „Bandits“), spielte unter anderem am Maxim-Gorki-Theater und am Berliner Ensemble / „Ab jetzt zweistellig: Der begeisterten und erfolgreichen Schwimmerin Karla aus Kreuzberg gratuliert zum 10. Geburtstag die ganze Familie.“ / Antonio Rüdiger (33), Fußballer, deutscher Nationalspieler und Innenverteidiger bei Real Madrid. Namenspate vom Berliner Zwergflusspferd Toni / Stephan Standfuß (54), Politiker (CDU), Mitglied des Abgeordnetenhauses / „Joana Voss, Happy Birthday vom Checkpoint-Team!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Prof. Dr. Helmut Baumgärtel, * 15. Juli 1936, verstorben am 17. Februar 2026 / Uta Denzin-von Broich-Oppert, * 30. November 1939, verstorben am 11. Februar 2026 / MinR Dipl.-Volksw. Peter Dietrich, * 1. April 1928, verstorben am 1. März 2026 / Gisela Gortzke, * 24. Februar 1948, verstorben am 25. Januar 2026 / Jann Adolf Hansen, * 18. April 1941, verstorben am 21. Februar 2026 / Prof. Dr. Günter Hertel, * 15. Oktober 1938, verstorben am 25. Januar 2026
Stolperstein – Flora Gross geb. Bachrach (*1891) kam als Kind nach Berlin, wo ihr Vater ein Geschäft für zahntechnischen Bedarf gründete. Nach dessen Tod führte sie die Firma weiter. Angesichts ihrer drohenden Deportation tauchte Flora zusammen mit ihrem Mann, Georg Sally Gross, unter. Vermutlich 1944 wurden beide verhaftet und nahmen auf dem Weg zum Sammellager eine Überdosis Schlaftabletten. Flora Gross starb am 3. März 1944 im Krankenhaus. An sie erinnert ein Stolperstein in der Torstr. 223 in Mitte.
Encore
Kein Extra-frei am Frauentag: Der Berlin-Feiertag fällt auf den kommenden Sonntag. Bleibt noch etwas Zeit, um sich Gedanken um die Ausgestaltung zu machen. „Am besten im Suff“, scheint sich die Marketingabteilung einer großen Supermarktkette gedacht zu haben: Sekt, Eierlikör, Bellini – so stellt sie sich „Prickelnde Momente für Powerfrauen“ (Zitat Prospektwerbung) vor. Wer sucht, findet auch etwas Unangenehmes ohne Alkohol: „Aperitivo Glitter Spritz“ und dazu noch eine ganze Seite „Süße Grüße zum Frauentag“, ein Pralinen-Albtraum aus Schokolade und Nougat. Null Umdrehungen, hundert Prozent Klischees.
Deutlich gehaltvoller waren Recherchen und Texte von Anne Roggensack und Björn Seeling. Antje Scherer hat das Stadtleben gemixt, Jasmine Dellé (Produktion) den Versand betreut. Morgen schenkt Ihnen Robert Ide hochprozentige Berliner Spezialitäten ein. Bis bald