Ein Portrait von Martin Schulz
Monatelang konnte „Spiegel“-Autor Markus Feldenkirchen den SPD-Kandidaten Martin Schulz begleiten, einzige Bedingung: Die Geschichte sollte erst nach der Wahl erscheinen. Es ist als Destillat ein schonungsloses Lehrstück in politischer Verzweiflung geworden - und wohin sie führt. Schulz im März, als die SPD bei 30 Prozent in den Umfragen stand: „Ich bleibe dabei: Nicht konkret werden! Da werden die Schwarzen wahnsinnig drüber, dass ich nicht konkret bin. Ich werd’ nicht konkret. Die können mir den Buckel runterrutschen.“ Schulz im Juni, als die SPD bei 20 Prozent in den Umfragen stand: „Während wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Konzepte vorstellen und Stellung beziehen, wird auf der anderen Seite geschwiegen. Dann nennt man das in Berliner Kreisen vielleicht asymmetrische Demobilisierung. Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie.“ In der SPD sind sie übrigens fassungslos ob der schonungslosen Offenheit von Schulz. Demnächst in diesem Theater: Eine Stellenausschreibung („Demoralisierte Partei sucht Parteivorsitzende/n“).