Unterschiedliche Glascontainer-Dichte in den Bezirken

Wer in Reinickendorf seine leeren Weinflaschen verschwinden lassen will, braucht Kondition oder gleich ein BVG-Ticket: Knapp 6800 Einwohner teilen sich dort einen einzigen Glascontainerstandort, der schlechteste Wert in ganz Berlin (Quelle: CDU-Anfrage). Mitte folgt mit 3545 Einwohnern pro Standort, Neukölln mit 3056. Kein Wunder, dass die Geduld langsam einen Knacks hat: In Mitte haben sich die Beschwerden wegen überfüllter, vermüllter oder nicht rechtzeitig geleerter Container seit 2021 fast verdreifacht, in Lichtenberg und Neukölln verdoppelt.

Die Verantwortung dafür versucht der Senat bei den Entsorgern abzuladen: Bei der Karl Meyer Rohstoffverwertung etwa habe sich die „operative Personaldecke“ Ende 2025 „kurzfristig halbiert”, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Im Winter sei es tatsächlich zu „erheblichen krankheitsbedingten Ausfällen gekommen“, bestätigt das Unternehmen auf Checkpoint-Anfrage. Aber: Auch der Senat trage eine Mitschuld. Weil sie mit Paketstationen, Ladesäulen oder Denkmälern konkurrierten, fehle es in Berlin schlicht „an ausreichenden Stellflächen für Glascontainer“. Zeit für ein Scherbengericht!