Tegel-Betrieb bis 2025

Apropos Tegel: Vor dem Volksentscheid tat Flughafenchef Lütke Daldrup alles, um TXL schlecht zu reden: Bei einer Führung durch die Katakomben erweckte er den Eindruck, wenn alle gleichzeitig husten, fällt der Bau in sich zusammen. Die Technik auf dem Niveau von Timbuktu, der Rest reif für den Schrottplatz, der finale Infarkt unabwendbar. Doch nach dem Volksentscheid scheint die Flugruine von einem Wunderheiler mit Globuli abgefüllt worden zu sein – die Europäische Luftsicherheitsagentur hat Tegel soeben mit dem neuen Pflichtsiegel für den weiteren Betrieb bis 2025 zertifiziert. Danach, so die Prüfer, müsste allerdings der Rasen neben der Landebahn verdichtet werden. Das sollte selbst in Berlin zu schaffen sein (solange nicht jemand auf die Idee kommt, dort eine Entrauchungsanlage einzubauen).

Auf ebenso wundersame Weise scheinen sich die Schallschutzkosten für Tegel in der schmutzigen Luft über dem „Kutschi“ aufzulösen: Eben noch bei Weiterbetrieb in abschreckender, dreistelliger Millionenhöhe dräuend, nennt Lütke Daldrup jetzt Kosten in „niedriger zweistelliger“ und zuweilen sogar „in einstelliger Millionenhöhe“ – jedenfalls und ebenfalls bis zum Jahr 2025. Allerdings gilt hier laut neuer gesetzlicher Lage: Wenn am BER nicht bald die Entrauchungsanlage funktioniert, haben die Anwohner in Tegel Anspruch auf eine private Entrauschungsanlage. Wie viele das betrifft, klären dann wohl die Gerichte.