Nazi-Rock-Terror in der Kleingartenkolonie „Kleeblatt“
Ein Pächter terrorisiert ungestört mit Nazi-Rock und Kampfhund-Attacken seine Nachbarn. Diese geben nun ihre Parzellen auf. Von Lorenz Marold.
Kleingärtner werden ja gerade von allen Parteien umgarnt (Franziska Giffey verlegt ihre Wahlkampfzentrale sogar in eine rote Laube, wie hier zu sehen ist) – na, da schauen wir heute doch mal genauer hin, und zwar auf die „Kolonie Kleeblatt“ in Mariendorf. Und was sehen wir da? Da terrorisiert einer seine Nachbarn mit Nazi-Rock (u.a. „12 doitsche Stimmungshits“, indiziert wegen Volksverhetzung nach § 130 StGB) und Kampfhund-Attacken – doch der Vorstand unternimmt trotz Beschwerden nichts (er weist nur darauf hin, man möge ihn doch künftig „nicht mehr am Wochenende anrufen“). Nächste Stufe: ein Hilferuf an den Bezirksverband – dessen Schriftführer teilt lapidar mit: „Wenn Sie als Betroffener der Meinung sind, dass Sie nicht bereit sind, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, dann sollten Sie die notwendigen Schritte unternehmen.“ Der „notwendige Schritt“ aus Sicht der tatenlosen Obergartenzwerge: eine Anzeige bei der Polizei. Aber dort liegt die Sache seit 5 Monaten, und die ersten der geplagten Pächter haben ihre Laube inzwischen aus Angst vor dem aggressiven Nachbarn aufgegeben (unter hohen finanziellen Verlusten).
Dem „Kleeblatt“-Vorstand und dem Kleingärtner-Verband hätte aber auch ohne die Beschwerden auffallen können, was auf ihren Parzellen so los ist – da knattern einschlägig bekannte Fahnen im Wind, die auch auf die Facebook-Seite der Kolonie gepostet werden.
Und dort, auf der „Kleeblatt“-Seite, findet sich auch der Kampfhund wieder: im Profil eines „Kleeblatt“-Mitglieds und „Querdenker“-Fans, neben AfD-Parolen drapiert in schwarz-weiß-Rot, dazu ein Spruch in Frakturschrift: „Kapitulieren werden wir nicht“. Mit einem Hinweis à la „Der tut nix, der will nur spielen!“ lässt sich das jetzt wohl nicht mehr abtun.