Kai Wegner lobt „ausgezeichneten“ 1. Mai

Kaum hat die kurze Arbeitswoche angefangen, ist schon ihre Mitte erreicht. Ist vier bald das neue fünf? Nicht für Berlins neuen Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der durch seine neue Sieben-Tage-Woche sprintet – gestern leitete er bereits die dritte Senatssitzung in vier Tagen. Dazwischen lag noch der frühere Krawallfeiertag 1. Mai, der diesmal bei viel Weg- und Stehrumbier nahezu friedlich verlief, was Wegner bei seiner ersten Senatspressekonferenz als „ausgezeichnet“ bezeichnete.

Die alte und neue Innensenatorin Iris Spranger (SPD) erkannte ihre Stadt kaum wieder und rief erstaunt: „Berlin kann nicht nur Wahlen, Berlin kann auch den 1. Mai.“ Bei einer eher rüden Räumung der Oranienstraße oder der beengten Ballung von Menschen vorm Demo-Ende am Kottbusser Tor kann die Polizei allerdings noch hinzulernen. Und Berlins Politik hat Nachholbedarf, was die Ausstattung der Wachen und Wehren betrifft. „In einem Keller habe ich mir die Duschen der Einsatzkräfte angesehen und habe mich geschämt“, räumte Spranger ein. Berlin bleibt also doch Berlin. Zumindest an vier von fünf Tagen.