Beck kritisiert Berliner Opferschutz
In der offiziellen Pressemitteilung des Senats steht zwar, dass der Opferbeauftragte der Bundesregierung das Land Berlin als „beispielgebend“ in Sachen Opferschutz gelobt hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn SPD-Politiker Kurt Beck, der sich um die Betroffenen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt kümmert, hat den Umgang mit den Opfern kritisiert. Angehörige sind damals drei Tage in Ungewissheit gelassen worden, sie irrten durch die Stadt, um in Krankenhäusern nach Verwandten zu suchen. Obendrein fand der Trauergottesdienst ohne die Hinterbliebenen statt, und ein offizielles Schreiben der deutschen Behörden kam erst nach Wochen. Als Lehre daraus hat der Berliner Senat auf Initiative von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) eine Anlaufstelle für solche Fälle auf den Weg gebracht – in der Tat lobenswert, aber doch erst vor wenigen Wochen beschlossen.
Beck, der seinen Abschlussbericht zu den Folgen des Anschlags vorgestellt hat, forderte zudem höhere Entschädigungen für die Opfer. Im Fall des Todes eines Partners, Elternteils oder Kindes gibt es nach seinen Angaben aus einem Härtefallfonds höchstens 10.000 Euro (der leerstehende BER kostet btw. mehr als 10 Millionen Euro - im Monat). Hoffnung ist zumindest in Sicht, denn der Bundestag hat die Bundesregierung per Beschluss dazu aufgefordert, die Opferentschädigung zu verbessern. Nachtrag noch zum CP von gestern: Bei der Gedenkveranstaltung nächste Woche wird außer der Bundeskanzlerin auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf jeden Fall anwesend sein (was seit einer Woche wohl schon feststand).