Wegfall restlicher Schwimmbusse in Neukölln
Wir bleiben in Neukölln: Nachdem zu Beginn des Schuljahres bereits zehn Grund- und Gemeinschaftsschulen ihre Schwimmbusse verloren hatten, teilte Schulrat Carsten Paeprer den restlichen 13 Schulen zu Beginn der vergangenen Woche mit, dass sie die Beförderung zum Schwimmunterricht für ihre Drittklässler ab Januar ebenfalls selbst stemmen müssen – für schlappe 8000 Euro pro „Schwimmjahr“. Um die Kosten zu senken, könne der Bezirk eine gemeinsame Ausschreibung übernehmen – falls die Schulen ihm dafür das Budget zur Verfügung stellen.
Dass viele Schulen sich das nicht werden leisten können, ist klar. Die Folge: Aufwändige Öffi-Anreisen mit mehreren Aufsichtslehrkräften, weniger Zeit für die Kinder, um Schwimmen zu lernen. In einer Protestnote an die Politik veranschaulichen Elternvertreter der Karlsgarten-Schule die Lage: „Die Fahrt zum Schwimmbad Baumschulenweg würde je nach Route mindestens 40–60 Minuten pro Strecke in Anspruch nehmen … Während dieser je 40 Minuten müssten 45 Kinder 4x ein- und aussteigen bzw. umsteigen …“ Mit Hermannplatz und Boddinstraße müssten die Kinder außerdem durch zwei der Drogen-Hotspots in Nord-Neukölln „geschleust“ werden, beklagen die Eltern.
Bildungsstadträtin Janine Wolter (SPD) betonte in der BVV-Sitzung gestern mehrfach, dass der Schwimmunterricht Teil des Sportunterrichts und somit Sache der Senatsbildungsverwaltung, nicht des Bezirks, sei. Der Bezirk habe die Schwimmbusse bisher nur „freundlicherweise unterstützt“, sei aber rechtlich nicht verpflichtet. Damit bleibt der einzige Sport, der in Berlin dauerhaft finanziell gesichert ist, das Behörden-Pingpong.