Mehrheit will längere Grünphasen für Fußgänger
Selbst wer gut zu Fuß ist, kennt das Problem: Ampelphasen sind oft zu kurz, um große Straßen bei Grün zu queren. Die Checkpoint-Umfrage zeigt: Das muss sich ändern. Von Lorenz Maroldt
Unsere Meldung über die „Räumgeschwindigkeit“, die der Senat Fußgängern beim Queren von Straßen abverlangt (CP v. 20.6.), hat offenbar einen Nerv getroffen: Bei unserer Abstimmung votierten 83% für längere Grünphasen, und nur 11% bekundeten Angst davor, dass dann der Verkehr zum Erliegen kommt. In unserer Mailbox ging’s dann so richtig los: „1000 Dank, dass Sie dieses Thema aufgegriffen haben!“ – so begannen viele der Zuschriften. Und immer mehr Straßen wurden benannt, auf denen sich Jagdszenen abspielen. Besonders für gehbehinderte Personen könnten wir hier jetzt eine Karte des Schreckens erstellen.
Pars pro toto hier der Kommentar von Petra Pleschinger: „Was ist das für eine Stadt, in der Fußgänger ständig Autos Platz machen müssen und die Beine in die Hand nehmen, um nicht von ihnen belästigt zu werden? Was ist mit Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind? Haben einfach keinen Platz mehr in der Stadt, sollen gefälligst zu Hause bleiben.“
Auf einen anderen Punkt wies Jürgen Kussatz hin: „Zum wiederholten Male: Es gibt keine ‚Grünphase‘, wohl aber eine ‚Grünzeit‘, denn eine Phase ist laut Duden immer ein Abschnitt einer stetigen Entwicklung, also der Wechsel von rot, gelb und grün.“ Also denken Sie bitte daran, wenn sie wieder mal mitten auf der Straße in die Rotzeit geraten. Es kommentiert Felix Kummer von Kraftklub: „Das war ja keine Phase, das war ja mein Charakter.“
Anschlussfrage: Warum haben Fußgängerampeln eigentlich keine Gelbphase – pardon: Gelbzeit?