Wie Mieter mürbe gemacht werden
Sogar ein Versäumnisurteil erging gegen den Vermieter – dessen Reaktion bisher: Kündigung. Doch es gibt auch gute Miet-Meldungen. Von Lorenz Maroldt.
Wir kommen nach Mariendorf für eine Mieter-Geschichte, die selbst in Stichworten diesen Checkpoint allein füllen könnte – eine irre Story, in der über Monate nur kaltes Wasser läuft, in der die Heizung nicht funktioniert, in der es immer wieder Rohrbrüche, Überschwemmungen und Schimmel gibt. Was es dort bis vor kurzem nicht gab: eine Reaktion des Vermieters, trotz eines Versäumnisurteils wegen der Mängel. Aber an einem Montag im März setzte dessen Verwaltung in der feinen Gegend vom Kurfürstendamm ein Schreiben auf, das am Dienstag in Mariendorf ankam – und in dem die Räumung der Wohnung am Mittwoch gefordert wird, „besenrein“. Wer so etwas schon einmal durchgemacht hat, weiß: Das alles macht so mürbe wie Nazi-Rock von der Nachbarparzelle
Aber auch Mails von zufriedenen Mietern erreichen uns immer wieder, und ebenso von Vermietern, die Wert darauflegen, anständig zu agieren – so wie hier: „Liebes Checkpoint Team, bitte schreibt auch mal, dass es auch private Vermieter gibt, die mit ihren Mietern ganz normale Mietverträge innerhalb des Mietspiegels abschließen und 3 Monate Nachzahlungsziel einräumen. Belege können gern vorgelegt werden.“