Berlin fliegt auf Tegel – immernoch
Am Ex-Flughafen ist es nach wie vor zu laut, sagen Anlieger. Der Grund: Die Hubschrauber-Staffel des Verteidigungsministeriums. Denn die startet dort immer häufiger. Von Nina Breher
Berlin fliegt auf Tegel! Das gilt nicht nur für TXL-Nostalgiker, sondern auch für drei Hubschrauber der Flugbereitschaft des Bundes-Verteidigungsministeriums. Die starten weiterhin vom Militärstandort am alten Flughafen – und zwar immer häufiger, wie auf eine schriftliche Bundestags-Anfrage der CDU-Abgeordneten Monika Grütters und Stephan Schmidt hervorgeht: 2020 starteten in Tegel 486 Hubschrauber-Flüge, 2021 waren es 588. Und 2022 hoben bereits 188 Hubschrauber in Tegel ab (bis Mitte April, das wären aufs Jahr gerechnet 644 Starts).
Bis 2029 soll das so weitergehen, dann soll die Hubschrauber-Staffel nach Schönefeld ziehen. Ex-Kulturstaatsministerin (pardon, Ex-Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) und Reinickendorf-MdB Grütters to the rescue: Sie fordert, dass die Hubschrauber früher als geplant nach Schönefeld abdüsen. Sie und MdA Schmidt berichten in einer Pressemitteilung von zahlreichen Anwohner-Beschwerden. Die Bundesregierung habe zugesagt, eine Vorverlegung der Hubschrauber-Staffel an den neuen Regierungsflughafen am BER zu prüfen. Viel Lärm um drei Hubschrauber – und vielleicht bald noch ein bisschen mehr Ruhe für Tegel.