Uneitles Haareschneiden
Samstagmittag – Derart hübsch hergerichtete Teller auf dem Tisch, möchte man selbst in Sachen Vorzeigbarkeit natürlich nicht abfallen – oder fänden Sie es alarmierend, mit ihrem Essen um Schönheit zu konkurrieren? Bei Haarspree (Schlesische Straße 6) bekommt man nicht nur einen neuen Haarschnitt, sondern geht mit Bildern der Berliner Fotografin Aurica Voss auf innere Reisen um die Welt. Und damit weit weg vom eitlen Ego. Ein Friseur (Schwedter Straße 11) macht sogar gänzlich Schluss mit der ewigen Selbstbezüglichkeit des Spiegels, schafft ihn folglich ab und öffnet den Schnittstuhl radikal für die Umwelt: Statt angespannt auf sich selbst, schaut man hier während des Schnitts nämlich aus dem Fenster auf die Straße. Dass sich Friseur Dustin und Hund Karl großer Beliebtheit bei der im Vorübergehen ständig vorbeischneienden Nachbarschaft erfreuen, beschert allen ein entspannendes Erlebnis, die nicht ständig auf die Uhr schauen müssen.