Staatsanwaltschaft in Berlin fordert lebenslange Haft für Mord an sechsfacher Mutter
Einen entsetzlichen Moment gab es am Donnerstag im Landgericht: Ein 14-Jähriger sagte gegen seinen Vater aus, der Zohra G. das Leben und seinen sechs Kindern die Mutter genommen hat. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Gul A. seine Exfrau aus niedrigen Beweggründen ermordet hat, weil er nach der gemeinsamen Flucht aus Afghanistan ihr selbständiges Leben nicht akzeptieren wollte. Nach einem knapp neunmonatigen Prozess fordert Oberstaatsanwalt Ralph Knispel deshalb lebenslange Haft für den 43-Jährigen.
Doch egal, wie hart er am Ende bestraft wird: Zohra G. ist nicht mehr da. Und was ihr Sohn, der den Vater vor Gericht keines Blickes würdigte, erzählt, bekräftigt die Vorwürfe der Familie an die Behörden: Es gab eine Fülle von registrierten Hinweisen, dass Zohra G. in Gefahr schwebt – wie vor vielen Femiziden. Ihr Tod hätte möglicherweise verhindert werden können.