Neue Senatsbaudirektorin steht sofort unter verbalem Beschuss
Einflussreiche Akteure sehen in der Berufung von Petra Kahlfeldt einen Affront. Was bringt sie so auf? Und droht Berlin etwa ein neuer Häuserkampf? Von Lorenz Maroldt.
In der Architektenszene wackeln wegen der Berufung von Petra Kahlfeldt zur Senatsbaudirektorin unterdessen die Wände: Die Architektenkammer Berlin und der BDA Berlin hatten „eine offene und transparente Auswahl“ gefordert, mehr als 450 Architekten, Initiativen und Verbänden unterzeichneten dafür eine Petition. Jetzt sprechen einflussreiche Akteure um Philipp Oswalt von einem „Affront“: Kahlfeldt sei bisher vor allem für Villen und Luxuswohnanlagen im gehobenen Preissegment verantwortlich gewesen, mit ihr drohe ein konservativer Rückfall in die „ideologischen Grabenkämpfe“ der neunziger Jahre und „die vordergründige Ästhetisierung baukultureller Fragen“. Wofür sie dagegen nicht stehe: „eine am Gemeinwohl orientierte soziale Stadt; nachhaltige, klimagerechte Stadtentwicklung; die Gestaltung der Mobilitätswende; ökologisches Bauen; bezahlbaren und gemeinwohlorientierten Wohnungsbau; partizipative Planungsprozesse; Offenheit für die Diversität einer Metropole; internationale Vernetzung“. Das sieht ganz nach einer Neuauflage des Berliner Häuserkampfs aus – zumal auch die Linke gleich am ersten Tag des neuen Senats ihre Entschlossenheit in Sachen Enteignungen demonstrierte (hier zu sehen).