Déja-vù in der Morgenpost

Déja-vùs, wir erinnern uns aus „Matrix“, sind Programmfehler in der Simulation, in der wir alle leben. Unser Pankow-Reporter Christian Hönicke hält derzeit panisch Ausschau nach Agent Smith. Deuchte es ihn doch gestern, als läse er seine eigene exklusive Recherche zur Kostenexplosion in Sachen Jahn-Sportpark plötzlich noch einmal – nur in der Morgenpost!

Artikel-Aufbau, Formulierungen, Sätze, Absätze, Einschätzungen und Paraphrasierungen – alles (fast) wortgleich. Ein ausladendes Intro reicher, ein paar Füllwörter mehr, ohne Autorennamen natürlich, dafür als Homepage-Aufmacher und hinter der Bezahlschranke. Aber sehen Sie selbst:
Tagesspiegel: „Das neue Stadion im Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg soll mehr als 70 Prozent teurer werden als bisher veranschlagt. Dies bestätigte der Senat in seinem aktuellen Bericht an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses.“

Morgenpost: „Das Projekt könnte mehr als 70 Prozent teurer werden als ursprünglich geplant. Das bestätigte der Senat in seinem aktuellen Bericht an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses.“

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TS: Kann sich das klamme Berlin das leisten?

MP: Das führt zu der Frage, ob sich Berlin ein neues Stadion in dieser Form überhaupt leisten kann.

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TS: Doch inzwischen sind für den Neubau nach Plänen von O+M Architekten 168 Millionen einkalkuliert. Der Abriss des bestehenden Stadions soll zusätzlich 14 Millionen Euro kosten. Damit würde das Stadionprojekt insgesamt 182 Millionen Euro Landesmittel verschlingen.

MP: Mittlerweile werden allein für den Stadionbau 168 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen 14 Millionen Euro für den Abriss der alten Arena. Damit müsste das Land Berlin insgesamt 182 Millionen Euro in Prenzlauer Berg investieren.

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TS: Die restlichen 25 Millionen Euro der Preissteigerung sind allerdings auf die nochmals anspruchsvoller gewordene Planung zurückzuführen.

MP, Fassung 1: Die restlichen 25 Millionen Euro seien auf die anspruchsvoller gewordene Planung zurückzuführen.

MP, Fassung 2: Die restlichen 25 Millionen Euro seien darauf zurückzuführen, dass die Planung noch mal mehr abverlangt habe.

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Und so weiter. Tja, was sollen wir sagen: Unsere Bezirksnewsletter werden immer beliebter! Und sind garantiert original. Sind Sie eigentlich schon dabei? Hier bleiben Sie auf dem Laufenden über Ihren Kiez.