Polizei-Berufsverband will politische Einstellungen von Polizisten ermitteln

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter möchte per Umfrage erheben, wie Polizisten politisch ticken. Der Senat signalisiert Zustimmung. Für Checkpoint-Abonnenten. Von Julius Betschka

Polizei-Berufsverband will politische Einstellungen von Polizisten ermitteln
Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Harter Themenwechsel: Wie viel „latenten Rassismus“ gibt es bei der Polizei? Der Behörde und ihren Mitarbeitern wird bescheinigt, ein Rassismusproblem zu haben. Polizisten wird Racial Profiling vorgeworfen – etwa hier im Interview des Kollegen Christian Hönicke. Aber Zahlen gibt es kaum, dafür viele Vermutungen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert, initiiert von seiner Berliner Sektion, eine bundesweite, anonymisierte Studie zu politischen Einstellungen in allen deutschen Sicherheitsbehörden. Sebastian Fiedler, BDK-Bundesvorsitzender, sagt: „Wer die Lage nicht kennt, kann sie nicht bewältigen. Um nichts anderes geht es. Ich verstehe nicht, warum dieser uralte polizeiliche Grundsatz ausgerechnet dann nicht gelten soll, wenn wir selbst betroffen sind.“ Martin Pallgen, Sprecher der Berliner Innenverwaltung, bestätigte dem Checkpoint, dass sich die Innenministerkonferenz mit diesem Thema befassen werde. Der Gipfel der Sicherheitschefs der Länder startet heute in Berlin. Zu Details wollte sich die Innenverwaltung noch nicht äußern. Ob Berlins Innensenator Andreas Geisel eine solche Studie unterstützt? „Der Innensenator ist dem Richtigen gegenüber immer aufgeschlossen“, teilte sein Sprecher mit. Weil Richtiges richtig ist. Richtig?