Coronavarianten bevorzugen das Flugzeug

Obwohl die Coronazahlen sinken, verbreiten sich die hoch ansteckenden Varianten weiter. Deswegen hat Lufthansa jetzt Flugverbot für eine Strecke nach Shanghai. Von Lorenz Maroldt

Coronavarianten bevorzugen das Flugzeug
Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Das bevorzugte Verkehrsmittel der diversen Virusvarianten ist das Flugzeug. Zwar gelten die Maschinen selbst bisher als relativ sicher in Bezug auf Neuinfektionen („Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung scheint eher gering zu sein“, erklärte gestern das RKI auf Checkpoint-Anfrage, und Lufthansa-Sprecher Helmut Tolksdorf teilte uns mit: „Es ist uns bislang kein Fall bekannt, bei dem Fluggäste sich nachgewiesenermaßen an Bord eines Fluges von Lufthansa infiziert haben“); doch dass die Airlines das Virus transportieren, bestreiten sie nicht einmal selbst. Das zeigen auch zwei interne Schreiben des Lufthansa-Managers Ola Hansson, die dem Checkpoint vorliegen:       

Am 05.02.21 schreibt Emergency Director Hansson: „Unser Flugprogramm bleibt weiter auf niedrigstem Niveau. Wir halten quasi nur noch Strecken aufrecht, die als systemrelevant und absolut notwendig gelten. Aufgrund der Reiserestriktionen mussten die Verkehre nach Südafrika und Portugal reduziert werden. Anders UK und Brasilien: Trotz Mutationsgebiet bleibt die Nachfrage dort stabil.“

Und am 11.02.21 teilt Hanson als „Update aus dem Lufthansa Group Krisenstab“ den Kolleginnen und Kollegen über die Verbindung nach Shanghai überraschend mit: „Auf der Strecke FRA-PVG (LH 728) wurden uns die Verkehrsrechte für Passagierflüge entzogen, nachdem der Grenzwert positiv getesteter Gäste bei Einreise in China überschritten wurde (Anmerkung: die Passagiere waren bei Abflug in Frankfurt negativ).“ Die Strecke wird zwar noch beworben (515 Euro), zu buchen ist sie aber nicht mehr.

Auch unter FlugbegleiterInnen ist das Virus ein ständiges Thema. Nicht alle gehen damit so locker um wie ein Crewmitglied, das von einem „Kontakt zu einem Passagier, der mit der Mutation von Frankfurt nach München mitgeflogen ist“, berichtet – und nach der anschließenden Quarantäne in einem Post mit Smiley verkündet: „Weiter geht’s!“