Heimliche Grundschultests

Haben Grundschulen bei der Anmeldung von Erstklässlern die neue Anwesenheitsregel für heimliche Tests genutzt? Eine Mutter berichtet dem Checkpoint: Ihr Sohn sollte an der Schule am Rüdesheimer Platz seinen Namen aufschreiben und buchstabieren, einen Koffer aufmachen und Gegenstände darin benennen, einen Kreis und ein Haus zeichnen, Wimmelbilder beschreiben, ein Türmchen bauen und sich zum Schluss noch an die Gegenstände im Koffer erinnern.

Einerseits sicher sinnvoll, um einen möglichen Förderbedarf zu checken. Andererseits – ein solcher Test wird nirgendwo angekündigt. Und offiziell darf es ihn auch nicht geben. 
 
Aussagen, wonach bei der Anmeldung schulische Tests durchgeführt würden, treffen nicht zu“, teilte die Bildungsverwaltung auf Checkpoint-Anfrage mit – das habe man weder veranlasst noch vorgegeben. Einige Schulen verschafften sich jedoch „im Rahmen eines spielerischen Angebots einen ersten pädagogischen Eindruck“. Dieser habe aber keinen Einfluss auf die Aufnahmeentscheidung: „Es findet keine Auswahl von Kindern statt.“

Sicher ist allerdings, dass in Berlin immer mehr Kinder mit massiven Sprach- und Entwicklungsdefiziten in die Schule kommen. Der Verband der Berliner Grundschulleitungen fordert deshalb jetzt eine gesetzliche Möglichkeit des „Verweilens“, also der Wiederholung bereits ab Klasse 1. Der Verband Bildung und Erziehung setzt sogar noch früher an: Er fordert Vorklassen oder eine Kitapflicht. Susanne Vieth-Entus hat die Hintergründe recherchiert – ihren Bericht finden Sie hier.