Cash nur scheinbar günstig: Warum Barzahlen teurer ist als gedacht

Bargeld gilt als günstig, verursacht laut Bundesbank aber höhere Kosten als Kartenzahlung. Grund sind vor allem Zeitaufwand und zusätzliche Arbeitsschritte im Umgang mit Cash. Von Björn Seeling.

Cash nur scheinbar günstig: Warum Barzahlen teurer ist als gedacht
Foto: dpa / Monika Skolimowska

Bei Bargeld hört die Freundschaft auf – das merkt gerade Berlins schwarz-rote Koalition, die „Cash only“ den Kampf angesagt hat (Checkpoint von gestern). Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) schimpft etwa über „staatlichen Zwang“ und hohe Kosten, wenn aus der Bundesratsinitiative Recht und Gesetz werden sollten. „Bargeldlose Zahlungen müssen wirtschaftlich tragfähig bleiben“, schreibt der Berliner Hauptgeschäftsführer Gerrit Buchhorn dem Checkpoint. Aber wie sieht’s mit den Kosten tatsächlich aus?

Laut einer Studie der Bundesbank ist Bargeld nicht nur lieb, sondern teuer. Bei einem Zehn-Euro-Kauf verursacht die Girocard demnach 8 Cent Kosten, Bargeld dagegen 23 Cent – nur ein Cent weniger als die Kreditkarte. Laut der Studie ist der Umgang mit Cash aufwendiger: Geld prüfen und zählen, Wechselgeld herausgeben, Kasse öffnen und schließen, abends Kassensturz, der Weg zur Bank. „Die Arbeitszeit der Mitarbeiter stellt einen wesentlichen Faktor dar“, steht in der Studie. Nur bei sehr kleinen Beträgen lohne sich – mit Abstrichen – das Bargeld, weil das Kassieren fix gehe. Ärgerlich, dass viele Preise längst nicht mehr in die Kategorie „sehr klein“ fallen.