WDR-Programmdirektor beschreibt Fehler der Flutberichterstattung
Der WDR spricht jetzt auch offiziell von „Lücken“ bei der eigenen Berichterstattung zur Flut (deren Beginn der Sender weitgehend verpasste) – in einer internen Mail ging Programmdirektor Jörg Schönenborn darauf bereits am 16. Juli ein: „Einige Beobachtungen kann ich gut verstehen. Trotz aller Anstrengung hatte unser Angebot Lücken. Das ist bedauerlich, weil es einen Schatten auf die große Leistung wirft.“
Die Kritik am Sender nannte Schönenborn aber auch „teilweise maßlos“: „Immer wieder erstaunlich, was alles veröffentlicht wird ohne nachzufragen, ohne Fakten zu checken. Wir müssen auf den Teil der Kritik schauen, aus dem wir lernen können. Dabei helfen uns die Maßstäbe von richtig oder falsch nicht weiter.“ Die „wichtigste Erkenntnis“ für den Programmdirektor ist, „dass bei aller Konzentration aufs Digitale in einer Lage wie jetzt die Begleitung durch lineare Programme ein sehr starkes Bedürfnis ist, auch nachts. Aktuelle Nachrichten und Reportagen im Viertel- oder Halb-Stunden-Takt sind gut, aber zu wenig.“ Wie sehr ihn die Ereignisse selbst berührt haben, beschreibt Schönenborn gleich im ersten Satz seiner Mail: „Gestern hatte ich immer wieder Tränen in den Augen.“