Der Vorschlag hat Potenzial

Die Grüne Catherina Pieroth wollte Knoblauch gegen Corona einsetzen. Sie entschuldigte sich. Aber aus der Idee kann man noch was machen. Eine Checkpoint-Glosse. Von Lorenz Maroldt.

Der Vorschlag hat Potenzial
Foto: Screenshot TSP

Ordentlichen Ärger hat sich die Grünen-Abgeordnete Catherina Pieroth eingebrockt – auf ihrer Website empfahl sie unter dem Titel „Natürliche Heilmittel als Virenkiller“ u.a. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Zitronen und Salbei, um das Immunsystem zu stärken und somit „das Risiko einer Ansteckung mit Covid-19 zu verringern, aber auch den Symptomverlauf bei vorhandener Infektion zu mildern“. Inzwischen hat Pieroth, gesundheits- und wissenschaftspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, den Eintrag gelöscht und erklärt: „Das Missverständnis tut mir leid! Es gibt nicht meine Position wieder. Natürliche Heilmittel können nur ergänzend genommen werden, um die Symptomatik zu lindern.“

Dabei ist die Idee gar nicht so schlecht – die Wahrscheinlichkeit, dass andere den Corona-Mindestabstand einhalten, wächst jedenfalls mit der Menge an Knoblauch, die verzehrt wird. Noch besser wirkt allerdings Kuhmist gegen Corona, probieren Sie es ruhig mal aus, z.B. in einer U-Bahn voller Maskenmuffel.

Für den Fall, dass Sie dennoch lieber Knoblauchpillen schlucken wollen, hier ein heißer Verzehrtipp vom Apothekerverband, gerade aus offenbar gegebenem Anlass veröffentlicht vom offiziellen Senatsportal „berlin.de“:

Bei Tabletten empfiehlt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände die so genannte Pop-Bottle-Technik. Dabei legt man das Medikament auf die Zunge, nimmt einen schwungvollen Schluck aus einer Flasche und schluckt alles in einem Zug runter. Wichtig: Es darf keine Luft in der Flasche entstehen. Das Schlucken großer Kapseln wiederum klappt am besten, wenn man den Kopf nicht nach hinten neigt - sondern zunächst nach vorne. Nimmt man die Kapsel nun mit einem Schluck Wasser ein, schwimmt die Kapsel nach hinten in den Rachen und rutscht besser nach unten.“

Alles klar? Na dann Prost und guten Rutsch.

CP-Hinweis (I): Die so genannte Pop-Bottle-Technik funktioniert auch bei sperrigem Schampus. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Regierenden Bürgermeister.

CP-Hinweis (II): Sollte doch mal versehentlich Luft in die Flasche geraten, bitten Sie den Barkeeper oder Kneipier Ihres Vertrauens, diese wieder herauszulassen (die kennen sich damit aus).

CP-Hinweis (III): Weder die so genannte Pop-Bottle-Technik, noch die so genannte Pop-up-Radspur wurde nach einem Mitglied des Senats benannt – mögliche Ähnlichkeiten sind rein zufällig.