Offener Brief aus dem Rathaus Zehlendorf
Nicht nur die Klimaziele bröckeln, auch die Berliner Rathäuser zerfallen. In einem Brandbrief rufen 200 Mitarbeitende des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf um Hilfe, Tenor: „Wir alle können einfach nicht mehr“. Auf eine Runde Schaden-Bingo – Rathaus-Zehlendorf-Edition:
+++ „ekelhafte Sanitäranlagen“
+++ „Aufzüge, die ständig ausfallen“
+++ „Schimmelbefall in den Räumen“
+++ „mangelhafter Brandschutz und fehlende Rettungswege“
+++ „Keller, der regelmäßig unter Wasser steht“
+++ „Heizung, die – wenn es kalt wird – erst einmal ausfällt“.
Schon vor Jahren hat der Tagesspiegel zudem über Asbestfunde sowie das rostige Wasser im Rathaus berichtet (Tipp des Amts: „vor Konsum mindestens zwanzig Minuten laufen lassen“). Jetzt warnt der Personalrat vor einem Exodus: „Viele Beschäftigte denken darüber nach, die Dienststelle zu wechseln“. Bewerber:innen zögen ihre Bewerbungen nach dem Auswahlgespräch wieder zurück, nachdem sie die „erbärmlichen Umstände“ gesehen hätten. Für einen temporären Auszug sei leider kein Geld da, sagt Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne) dem Tagesspiegel. Erst wenn endlich ein neues Rathaus gebaut würde, fließe Geld für Ersatzräume vom Senat – voraussichtlicher Baubeginn: 2025.