Impf-Chaos durch falsche Mail der Gesundheitsverwaltung
Wir kommen vom Testen zum Impfen – und schauen uns eine Mail der Gesundheitsverwaltung an, die in der Nacht zum Freitag um 2:45 Uhr bei rund 2300 Berlinerinnen und Berlinern ankam (und damit auch beim Checkpoint). „Sehr geehrte Damen und Herren“, war da zu lesen, „aus technischen und organisatorischen Gründen müssen mehrere Termine neu geplant werden. Daher kann Ihr Impftermin leider nicht wie geplant stattfinden.“
Es folgte der Hinweis, dass „die Mitarbeitenden der Impfhotline“ leider „erst nach Ablauf der 48 Stunden Informationen zur Änderung des Termins“ geben könnten sowie eine Entschuldigung „für die Kurzfristigkeit“. Die Folge: Viele Menschen gingen gestern enttäuscht, verärgert, wütend („Ich bin komplett am Ende meiner Geduld!“, schimpfte ein Checkpoint-Leser) erst gar nicht hin zu ihrem Zentrum – und verpassten so den Termin ihrer Erstimpfung, denn der stand tatsächlich überhaupt nicht infrage. Gemeint war in der Mail der Termin für die Zweitimpfung – nur hatte die Gesundheitsverwaltung das vergessen zu erwähnen („ungeschickte Formulierung“, lautet die offizielle, unzutreffende Erklärung).
Lässt sich das Durcheinander steigern? Na klar, easily – wir sind ja hier in Berlin! Schauen wir also auf zwei weitere Mails der Gesundheitsverwaltung in dieser Sache, die gestern Abend bei den Betroffenen ankamen…
20:02 Uhr: „Klarstellung: Corona-Schutzimpfung – Wichtige Änderung für Ihren anstehenden Termin – Vorankündigung. Sehr geehrte Damen und Herren, gestern Abend erhielten Sie eine E-Mail, in der Sie über Änderungen für Ihren anstehenden Termin informiert wurden (Betreff: Corona-Schutzimpfung - Wichtige Änderung für Ihren anstehenden Termin – Vorankündigung). Die angekündigten Änderungen betreffen ausschließlich Ihren Termin zur Zweitimpfung.“
20:12 Uhr: „Rückruf: Klarstellung: Corona-Schutzimpfung – Wichtige Änderung für Ihren anstehenden Termin – Vorankündigung. SenGPG Verfahren-Schutzimpfung möchte die Nachricht ‚Klarstellung: Corona-Schutzimpfung - Wichtige Änderung für Ihren anstehenden Termin – Vorankündigung‘zurückrufen.“
Ok, da helfen wir mal mit: Haaallooo!!! Zurückkommen, bitte!
So, und nun? 1) Änderung, 2) Klarstellung der Änderung, 3) Rückruf der Klarstellung der Änderung… da geht noch was! Dem Checkpoint kündigte die Verwaltung gestern jedenfalls an, die Betroffenen in den nächsten Tagen darüber zu informieren, dass sie „ohne neuen Termin vormittags dazwischengeschoben“ werden. Ok, aber wie? In der Sänfte oder auf der Bahre? Unter „Platz da!“- oder „Vordrängler!“-Rufen? Geradewegs oder in Schlangenlinien? Es bleibt spannend.