Atopie Festival in der Spreehalle

Sonntagmorgen – Es mangle der Gegenwart an Utopien, heißt es allerorten, dabei ist doch die Utopie schon in der bloßen Verneinung des Status Quo angelegt, wie Theodor W. Adorno sagte. Wozu man allerdings nur schwer „Nein“ sagen kann, ist das klanggewaltige Programm der Spreehalle in Oberschöneweide (Reinbeckstraße 16) – darum heißt das auch nicht U-, sondern PantopiaUtopie bedeutet Nicht-Ort, Pantopie, ein Begriff des französischen Philosophen Michel Serres, folglich Alles-Ort. Und aus dem Vollen schöpft auch die Musik der Marc Sinan Company um 16 Uhr, der Band Persona um 17.45 Uhr und des ungemein umtriebigen Berliner Komponisten und Schlagzeugers Max Andrzejewski um 19 Uhr, der mit zwölfköpfigem Ensemble die Ouvertüren aus Richard Wagners Ring kompositorisch zerpflückt, verschrottet und fragmentiert liegenlässt.