400 Geflüchtete in Berlin eingetroffen – so läuft die Aufnahme
In den Unterkünften gibt es aktuell 1300 freie Plätze. Die meisten geflüchteten Menschen kamen aber bei Freunden und Bekannten unter. Dazu hatte der Senat geraten. Von Nina Breher
Rund 400 Geflüchtete aus der Ukraine sind am Wochenende in Berlin angekommen. Nur 45 von ihnen sind im Aufnahmezentrum geblieben und haben Asylanträge gestellt, 350 kamen privat unter. Wartezeiten vor dem Aufnahmezentrum (Oranienburger Straße 285 in Reinickendorf) gab es laut Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales keine. Berlin rechnet damit, in den kommenden Tagen und Wochen ausreichend Unterkünfte zu haben. Derzeit gibt es 1300 Plätze. „In Kürze“ werde die erste Unterkunft für Ukraine-Kriegsflüchtlinge eröffnen, weitere sollen folgen. Am Dienstag will der Senat sich mit dem Thema befassen.
Bisher also alles unter Kontrolle. Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn nicht auch die Geflüchteten erst einmal auf eine bürokratische Unebenheit stoßen würden: Ihnen wird in der Aufnahmestelle empfohlen, noch kein Asyl zu beantragen. Der Kriegsflüchtlings-Status ist „besser“, denn er kommt mit Arbeitserlaubnis, Bewegungsfreiheit. Mit weniger Bürokratie und mehr Teilhabe also. Dass er angewandt wird, ist allerdings noch nicht beschlossen. Also sollen die Geflüchteten warten. Nur wie lange? „Wir warten dringend auf eine Entscheidung der EU und des Bundes, damit wir Klarheit haben, welchen aufenthaltsrechtlichen Status diese Menschen bekommen.“ Und so empfiehlt die Senatsverwaltung, obwohl ausreichend Unterkünfte vorhanden sind, den ankommenden Menschen „bis zu einer Bundesentscheidung bei Freunden und Bekannten unterzukommen, wenn das möglich ist“. In dem Sinne: Welcome to Berlin!