Hochhaus-Leitbild: Berlin soll Dachterrassen für alle bekommen

Für Abonnenten: Der Senat sitzt schon zwei Jahre an der Hausaufgabe, die ihm das Berliner Abgeordnetenhaus erteilt hat: einen Hochhaus-Entwicklungsplan zu erarbeiten. Jetzt liegt ein Entwurf vor, der nächste Woche voraussichtlich im Senat besprochen wird. Demnach sollen Hochhäuser künftig eine besonders hohe städtebauliche und architektonische Qualität haben, einen Mehrwert für die Allgemeinheit bringen sowie besonders energiesparend und ökologisch sein. Die Öffentlichkeit dürfte freuen, dass das Erdgeschoss für die Allgemeinheit nutzbar sein – und die oberste Etage in der Regel ein frei zugängliches Dachgeschoss erhalten soll, etwa mit einer Aussichtsplattform oder Gastronomie (Investoren und Penthaus-Freunde dürfte das weniger begeistern).  Der Senat plant gar einen „neuen Hochhaustypus“: Der soll „multifunktional nutzbar“ sein, und zwar für Wohnen, Arbeiten, Kultur, Handel, Soziales und Freizeit. Seit 1989 wurden übrigens erst 25 Hochhäuser über 60 Meter in Berlin gebaut – fast alle sind gewerblich genutzt. Auf bestimmte Gebiete, wo solche Bauten entstehen (oder verboten sein) sollen, will sich der Senat übrigens nicht festlegen lassen.