Jugend ohne Mitleid: Rassismus-Fall an Reinickendorfer Schule

Schon im November wurden an der Bertha-von-Suttner-Schule rassistische Flugblätter verteilt, unter Türen durchgeschoben und in Spinde gesteckt. Die Schuldigen: Drei Schüler. Von Christian Latz und Margarethe Gallersdörfer.

Jugend ohne Mitleid: Rassismus-Fall an Reinickendorfer Schule
Foto: dpa / Caroline SeidSeidel-Dißmannel

Jugend ohne Mitleid: An der Bertha-von-Suttner-Schule in Reinickendorf wurden vergangenen November offenbar rassistische Flugblätter verteilt. Laut einer Anfrage, die die Grünen-Bezirksverordnete Güneş Keskin an das Bezirksamt stellte, sei darauf der Anschein erweckt worden, die Bundesregierung drohe Migranten mit Abschiebung, diese seien zudem pauschal als eine Gefahr für die Gesellschaft dargestellt worden. Betroffene Jugendliche seien dadurch verunsichert gewesen.

Laut regionaler Schulaufsicht machte die Schulleitung nach ein paar Tagen drei Jungen ausfindig, die dieses Flugblatt unter Klassentüren durchgeschoben und in Spindschränke gesteckt haben sollen. „Die Schulleiterin hat gemeinsam mit dem Klassenleiter und dem Ethiklehrer, der zugleich eine Antirassismus-Ausbildung hat, drei erzieherische Gespräche mit den betroffenen Schülern geführt, bis sie schlussendlich eine Version berichteten, die wir für glaubwürdig hielten.“ Die Schulleiterin habe daraufhin den drei Schülern einen mündlichen Tadel erteilt und die Dokumentation von den Eltern unterschreiben lassen. Außerdem hätten sie in ihrer Klasse ein Referat über Fluchtgründe und politische Lage der Länder halten müssen, aus denen die Schüler der Willkommensklasse an der Schule kommen. Hoffentlich hilft’s…