Häuserkampf in Mitte

Im allerersten Checkpoint vom 24. November 2014 hatte ich angesichts der rasant steigenden Immobilienpreise ironisch geschrieben: „Bei mir gegenüber kostet der Quadratmeter jetzt 7000 Euro. Ich überlege, ob ich mir noch schnell einen hole.“ Gemeint war das damals noch unvollendete Bauprojekt „Metropol Park“ in einem denkmalgeschützten Backsteingebäude am Märkischen Museum, schräg gegenüber dem Büro von Verkehrssenatorin Regine Günther gelegen. Früher residierte hier die SED-Parteihochschule „Karl Marx“.

7000 Euro war damals teuer, jedenfalls für das Loft. Heute… ach, sprechen wir lieber nicht darüber. Karl Marx würde sich jedenfalls im Bett umdrehen, lebte er heute hier – auch wegen des Lärms. Denn ein Teil des Ensembles besteht inzwischen aus 54 Luxushasenställen für lärmende Touristen, die auch in Pandemiezeiten fröhliche Corona-Partys feiern. Andere Apartments unterschiedlicher Größen werden „möbliert auf Zeit“ vermietet – für bis zu 36 Euro pro qm. Ralf Schönball ist der Sache nachgegangenen, hat mit genervten Eigentümern und Mietern gesprochen – und kam einigen großen Immobilienunternehmen auf die Spur. Deren Geschäftsmodell hat Methode und verbreitet sich überall in der Stadt, vielleicht ja auch bei Ihnen gegenüber. Als Motto fürs Firmenlogo, die Visitenkarten und Hochglanzbroschüren empfiehlt der Checkpoint einen alten Hausbesetzerspruch: Legal, illegal, scheißegal. Die ganze Recherche („Künstlich hoch hinaus“) finden Sie hier (Abo).