Nachtflüge wecken TXL-Anwohner
Wie steht es eigentlich ums Nachtflugverbot in TXL? „Grundsätzlich befürwortet der Senat alle Maßnahmen, die zu einer Reduzierung von Nachtflügen führen.“ Und in Zahlen? 691 Flugzeuge dröhnten in den ersten neun Monaten dieses Jahres zwischen 23 und 6 Uhr von oder nach Tegel (zzgl. Ambulanz- und Postflüge, die der Senat laut eigenem Bekunden nicht nach SXF verlegen lassen kann). Pro Durchschnittsnacht werden die Anwohner also zwei bis drei Mal geweckt. Wenn das die Umweltsenatorin wüsste!
In der Randstunde von 22 bis 23 Uhr geht in TXL nicht nur die Post ab, sondern praktisch alles, was Kerosin in Krach umwandeln kann: Die Zahl der derart verspäteten Starts stieg von 299 im Januar auf 701 im September, die der Landungen sogar von 50 auf 238. Zusammen ergibt das den Zweiminutentakt, in dem anderswo die U-Bahn fährt. Und wer gleitet so spät durch Nacht und Wind? Bettina König (SPD), die die Anfrage gestellt hat, wollte die Rangfolge der betroffenen Fluglinien wissen – und erhielt von der Verwaltung eine (von der Flughafengesellschaft stammende) Aufzählung von 30 Airlines samt dem Hinweis: „Diese Reihenfolge entspricht nicht dem Verkehrsanteil.“ Fragen kost' ja nüscht. Und manche Antworten sind völlig umsonst.