Wenn die Straße, in der man wohnt, zwei Namen hat

Checkpoint-Leser Bernd Rozga beschäftigt eine basale Frage: „Wo wohne ich?“ Das Katasteramt – nicht zuständig. Und nicht einmal Google weiß Bescheid. Von Julius Betschka

Wenn die Straße, in der man wohnt, zwei Namen hat
Foto: Bernd Rozga

Amt, aber unglücklich I: Checkpoint-Leser Bernd Rozga beschäftigt eine sehr grundsätzliche Frage, weshalb er am 1. August eine Mail mit folgendem Betreff an das Katasteramt des Bezirks Steglitz-Zehlendorf schickte: „Wo wohne ich?“ Rozga plagt allerdings nicht die Vergesslichkeit, sondern das Berliner Straßenwesen: Vor kurzem wurden an seinem Wohnort neue Schilder aufgestellt. Laut des einen wohnte er nun „In den neuen Gärten“, laut des anderen „In den Neuen Gärten“ (Beweis hier). Wurden nun heimlich alle Gärten erneuert oder trug die Umgebung den Eigennamen „Neue Gärten“? Die Schilder streiten still. Schon am nächsten Tag erhielt Rozka aber eine erhellende Antwort einer Mitarbeiterin des Katasteramtes: „…zuständigkeitshalber weitergeleitet…“, na ein Glück!

Weil aber auch Google („neue Gärten“) und Wikipedia („Neue Gärten“) nicht weiterhalfen, fragte Bernd Rozga zweieinhalb Wochen später noch einmal nach, bat um Antwort und ergänzte: „Schade, dass Sie mein Anliegen nicht ernstnehmen.“ Seine Behauptung, er würde nicht für voll genommen, könnte man nicht nachvollziehen, antwortete ihm der Fachbereichsleiter prompt, und überhaupt solle er sich lieber beim Tiefbauamt informieren. Weil bei der mitgemailten Telefonnummer niemand abhob und weitere zwei Wochen verstrichen, bat Rozga jetzt den Checkpoint um Hilfe. Allerdings sind auch wir mit unserem Stadtlatein am Ende: Immoscout („neue Gärten“) und Kauperts („Neue Gärten“) helfen nicht. Wenn Sie die Lösung wissen oder im Bezirk Steglitz-Zehlendorf was mit Tiefbau machen: Bernd Rozga freut sich über einen Eindeutigen, nein, eindeutigen Wohnort. Tipps bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.