Rezzo Schlauch über die Hauptstadt-Grünen: „Was ich in Berlin sehe, sind soft gespülte Realos“
Bei den Grünen rumort es zurzeit ordentlich. Der Grund: Die Wahl zum Landesvorsitz steht an. Der frühere Öko-Politiker Rezzo Schlauch schätzt den innerparteilichen Konflikt jedoch. Von Daniel Böldt und Sönke Matschurek
Apropos dicke Luft: Viel los gerade bei den Berliner Grünen! Obwohl es keine Gegenkandidatin gibt, wackelt die Wahl der Realo-Kandidatin Tanja Prinz als Co-Landesvorsitzende. Offen reden will über den Zoff zwischen Linken und Realos und dem Realo-internen Streit fast niemand. Also haben wir uns mal außerhalb umgehört, und zwar beim Kretschmann-Vertrauten und ehemaligen Grünen-Politiker aus Baden-Württemberg, Rezzo Schlauch.
Der kann dem Konflikt durchaus etwas abgewinnen: „Unruhe ist gut. Es steht der Partei besser zu Gesicht als Friedhofsruhe“, sagte er dem Checkpoint. Und eine Breitseite gegen die aktuelle Realo-Führung um die Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch und die Noch-Vorsitzende Susanne Mertens wollte er auch noch loswerden: „Das, was ich an Realos in Berlin sehe, sind halt soft gespülte Realos. Realpolitik heißt nicht – um die eigenen Funktionen und Posten zu retten –, mit den Linken jeglicher inhaltlicher Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen.“ Sie dürfen sich an dieser Stelle gerne einen Mic Drop dazu denken.
Und apropos Mic Drop: Über den aktuellen Richtungsstreit bei den Grünen habe ich mit meinen Kolleginnen Ann-Kathrin Hipp und Anke Myrrhe auch im aktuellen Checkpoint-Podcast gesprochen. Die Folge ist ab heute ab 16 Uhr hier abrufbar.