Tag der Arbeit und Gallery Weekend
Sonntagmorgen – Wenn Tag der Arbeit und Gallery Weekend in eins fallen, startet man am besten mit einer Tour durch kapitalismuskritische Ausstellungen im einst „roten“ Schöneberg. In der PSM Galerie (Schöneberger Ufer 61) befasst sich Marilia Furman unter dem Titel „Monstrous“ mit der materiellen Verschwendung und Überschussproduktion, dass Überschussphilosoph Georges Bataille seine Freude gehabt hätte, während bei ChertLüdde (Hauptstraße 18) die aus Ecuador stammende Sofía José Salazar Rosales die Suchbewegung entwurzelter Körper (Menschen und Dinge) thematisiert. In der Galerie Isabella Bortolozzi (Schöneberger Ufer 61) ist eine Gruppenschau voller illustrer Namen unter dem Titel „Fugue“ zu sehen. Fugue, beziehungsweise die barocke Fuge, ist ja nicht gerade für aktivistische Untertöne bekannt. Dabei thematisiert diese schon im Namen, und in der Musik auch formal, Flucht und Verfolgung. In einer Erklärung zur Ausstellung zitiert die Galerie das Autorenkollektiv „The Invisible Committee“, das sinngemäß sagt: Unsere Wirtschaftsform ist nicht in der Krise, sie ist die Krise selbst.