Schulen in Berlin im Corona-Regelchaos
Der Ärger um die Schulschließungen geht weiter. Lehrer klagen, dass Prüfungen häufig vor Ort durchgeführt werden – obwohl die Präsenzpflicht momentan nicht gilt. Von Anke Myrrhe
Auch deswegen bleiben die Schulen nun erstmal (zumindest größtenteils) geschlossen, doch der Ärger geht weiter. Im SPD-Landesvorstand gab es gestern Abend kein anderes Thema, nachdem die neuen Vorsitzenden Giffey/Saleh das nochregierende Duo Müller/Scheeres am Freitag kurz vor Wiedereröffnung überstimmt hatten (Rekonstruktion der Ereignisse hier, Abo).
Denn weiterhin klagen viele Lehrer und Schulleiterinnen, dass zwar die Präsenzpflicht ausgesetzt ist, Prüfungen vielerorts allerdings trotzdem durchgeführt werden, weil die Schulen eben selbst entscheiden dürfen. Andere haben ihre Prüfungen in der Hoffnung auf bessere Zeiten erst einmal verschoben, manche auf Ende Februar, manche gleich auf Ende März. „Technisch wären für uns Videoprüfungen über die HPI-Schulcloud grundsätzlich kein Problem. Das wäre aber wohl für viele der letzte Schritt“, sagt der Leiter des Ernst-Abbe-Gymnasiums in Neukölln.
Matthias Rösner, Leiter der Eliteschule des Sports hingegen findet die Situation an seiner Schule derzeit unproblematisch: „Wir haben während des Lockdowns eine leere Schule, da können wir alle notwendigen Sicherheits- und Quarantänebestimmungen ohne Probleme umsetzen.“ Es fänden jeweils vier Präsentationsprüfungen parallel statt, eine Schülerin und jeweils zwei Lehrkräfte, „eine überschaubare Gruppe“. Wer gefährdete Familienmitglieder habe, könne die Prüfung via Videopräsentation durchführen.