Kommission der FU will Giffeys Doktortitel offenbar doch aberkennen
Chaos spricht. In der Politik hätte wohl längst jemand einen Untersuchungsausschuss für das jahrelange Verfahren der Freien Universität rund um die Doktorarbeit von Franziska Giffey beantragt. Erst sollte es eine Rüge für die wissenschaftlichen Mängel in der Arbeit geben, dann war plötzlich gar nicht mehr klar, ob das überhaupt rechtlich möglich ist. Das Verfahren wurde neu aufgerollt. Dann wurde bekannt, dass die erste Kommission mit Mitstreitern von Giffeys Doktormutter besetzt war, dann trat ein Mitglied der neuen Prüfungskommission wegen Befangenheit zurück.
Seit vergangener Woche war das neue Gutachten fertig, es sollte geheim bleiben – bis Giffey die Möglichkeit zur Stellungnahme hatte und das Präsidium der FU erneut entschieden hat. Allerdings ist die Universität längst nicht mehr Herrin des Verfahrens, war es vielleicht nie: Aus „Kreisen der Universität“, berichtet Business Insider, dass die Kommission empfohlen habe, den Titel doch abzuerkennen. Eine Sprecherin von Giffey wollte das am Abend weder bestätigen noch dementieren. Für die Universität ist die Peinlichkeit komplett. Giffeys eigene Rathausambitionen wird die mögliche Aberkennung kaum schmälern. Ob der trübe Titeltanz die Chance auf den Thron verringert, entscheiden am 26. September die Berliner.