Uneinigkeit unter Berliner Linken

Zu einer peinlichen Szene kam es am Donnerstagnachmittag im Integrationsausschuss zwischen den beiden Linke-Abgeordneten Ines Schmidt und Elif Eralp. Die Koalition hatte einen Geschäftsordnungsantrag gestellt, die Redezeit von Abgeordneten bei Anhörungen auf maximal drei Minuten pro Redebeitrag zu begrenzen. Schmidt war dafür, Eralp wohl dagegen. „Elif, jetzt ist aber mal gut“, fuhr Schmidt ihre Fraktionskollegin deshalb für alle sicht- und hörbar an, was was Eralp sichtlich erzürnte. „Hatte etwas sehr Unangenehmes und fühlte sich an wie ein Ordnungsruf von Mutter an Tochter“, fand ein Beobachter – Schmidt ist 64 Jahre alt, und Eralp Anfang 40. Oder knirschte hier ein anderer klassischen Linke-Konflikt – sozialistische DDR-Wurzeln contra antirassistische Identitätspolitik? Der Vorstoß jedenfalls wurde auf Eralps Antrag vertagt. Beschlossen werden müsste er einstimmig.